Sexismus und “unsere Freunde mit Migrationshintergrund”

Sexismus in Deutschland - Thema bei Jauch

Es scheint, dass heutzutage im deutschen Fernsehen keine Diskussion mehr ohne einen Hinweis auf unsere ‘Freunde mit Migrationshintergrund’ auskommt (in negativer Hinsicht, versteht sich). Auch nicht, wenn das Thema der Sendung eigentlich Rainer Bruederle’s Herrenwitze war, die einer Journalistin missfiel, und dadurch eine Sexismus-Debatte entfacht wurde.

Der Spiegel bringt es gut auf den Punkt:

[…]Nach zähem Ringen hatte der “Stern” im November verkündet, in den kommenden Jahren den Frauenanteil in Führungspositionen auf 50 Prozent anzuheben. Frauen seien heute selbstbewusster und forderten ihre Rechte ein, erklärte Osterkorn bei Jauch: “Das ändert die Debatte.”

Osterkorn fiel übrigens noch ganz zwanglos eine besonders sexismusanfällige Bevölkerungsgruppe ein, nämlich “unsere Freunde mit Migrationshintergrund, die immer laut von Ehre sprechen und Respekt für sich einfordern, aber ihn gerade – einige von ihnen jedenfalls – im Umgang mit Frauen vermissen lassen.” Eine ziemlich diskriminierende Aussage, die sich in diesem Fall jedoch nicht gegen Frauen richtet. Die kommende “Stern”-Chefredakteurin hat also noch einiges mehr zu tun.

Solche relativierenden Hinweise von unseren “Freunden ohne Migrationshintergrund” haben wohl den Zweck zu verdeutlichen, dass es eigentlich ‘bei uns’ gar nicht so schlimm sein kann, weil ‘die Anderen’ ja noch viel schlimmer sind.

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