Jakob Augstein unter den Top 10 der schlimmsten Antisemiten

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Das international respektierte Simon-Wiesenthal-Center (SWC) hat den Journalisten Jakob Augstein auf Platz 9 der schlimmsten Antisemiten gesetzt. Er befindet sich damit in ‘guter’ Gesellschaft u.a. mit den Muslimbruedern und Mahmoud Ahmedinejad. Das absurde daran ist, dass der sog. ‘Antisemitismus-Experte’ – ein gewisser Henryk M. Broder – dabei eine tragende Rolle gespielt hat. Ich hatte ueber den Artikel von Herrn Broder, wo er Hern Augstein diffamiert, hier berichtet.

Henryk M. Broder findet, dass Jakob Augstein eher auf Platz 3 oder 4 gehoert. Dazu ein guter Kommentar in der FAZ:

[…]Jakob Augstein hat in dieser Reihe nichts verloren: In seinen Texten geht es nicht um die Juden und nicht um den Juden. Er propagiert keine Gewalt, zieht keine Traditionslinien und operiert nicht mit Vorurteilen. Was er kritisiert, ist nicht das Symptom eines in der Existenz der Juden oder Israels wurzelnden Übels, sondern das Resultat politischer Entscheidungen der aktuellen israelischen Regierung. Ein Vergleich seiner Zitate auf der Homepage des SWC mit denen der anderen aufgeführten Personen macht diesen entscheidenden Unterschied sofort deutlich.

Und als Experte: Henryk M. Broder

Augstein kritisiert die Regierung von Benjamin Netanjahu, die nukleare Bewaffnung Israels, er prangert die Rolle der jüdischen Interessenverbände in den Vereinigten Staaten an, und findet, dass Israel in Gaza seine künftigen Feinde ausbrütet. Man muss diese Kritik und die Analyse, die ihr voraus geht, im einzelnen nicht teilen, aber sie hat nichts mit Antisemitismus zu tun, denn sie benennt präzise, welche Politiker und welcher Kurs kritisiert werden. Auch seine Erwähnung einer gewaltbereiten israelischen Minderheit entstammt keinem vagen Ressentiment, sondern entspricht der Wahrheit. Es war ja kein Palästinenser, der Rabin ermordet hat.

Zum echten Heuler wird diese Plazierung durch ihre Begründung. Sie stammt ausgerechnet von Henryk M. Broder, den das Center als respektierten Kolumnisten und Experten in dieser Frage vorstellt. Nicht erwähnt wird die lange öffentliche Fehde zwischen den beiden. Broder ist in der Tat respektiert – als begnadeter Polemiker. Deutsche Debatten sind oft verklemmt und von allgemeiner Zurückhaltung geprägt, Broder ändert das zuverlässig: Er ist der Bud Spencer unter den deutschen Kommentatoren. Wenn er hinlangt, liegen anschließend alle auf dem Parkett und sehen Sternchen. Ihn aber als weisen Experten zu benennen führt in die Irre, es ist als riefe man, um das Porträt eines Mannes zu schreiben, nur bei dessen Exfrau an.

Israel gehört nicht den Rechten

Broder wird mit dem Satz zitiert, Augstein hätte eine Karriere bei der Gestapo machen können, wäre er nicht zu spät geboren worden. Nach so einem Satz sitzt jeder in der Falle. Was soll man entgegnen? Ja, ganz genau? Das wäre ein Skandal. Oder: Nein, ich wäre sicher ein Held der Weißen Rose gewesen? Das wäre lächerlich. So eine hypothetische Aussage lässt weder Verifikation noch Falsifikation zu, darum ist sie, bei aller polemischen Effektivität, ohne jede Aussagekraft.

Es gibt genug Antisemiten, man muss den Kreis nicht in diffamierender Absicht erweitern.[…]

Jakob Augstein hat auf seiner Facebook-Seite wie folgt reagiert:

Das Simon Wiesenthal Center hat mich auf eine Liste der “Top Ten der antisemitischen und antiisraelischen Beschimpfungen” gesetzt. Die dpa fragte gestern, was ich davon halte. Ich habe den Kollegen dieses hier geantwortet:

Das SWC ist eine wichtige, international anerkannte Einrichtung. Fuer die Auseinandersetzung mit dem und den Kampf gegen den Antisemitismus hat das SWC meinen ganzen Respekt. Um so betrueblicher ist es, wenn dieser Kampf geschwaecht wird. Das ist zwangslaeufig der Fall, wenn kritischer Journalismus als rassistisch oder antisemitisch diffamiert wird.

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