Ich bin zwar kein Rassist, aber..

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Wie oft hat man den Satz “Ich bin zwar kein Rassist, aber..” oder “Ich habe nichts gegen XYZ, aber…” schon gehoert, und doch das Gefuehl gehabt, dass die Person ein Rassist ist, bzw. doch Ressentiments gegenueber einer bestimmten Gruppierung pflegt?

Jetzt gibt es in den USA ein Projekt mit dem Namen “Yes, you are a racist!”, welches solche Menschen und rassistische Untertoene entlarvt:

Wer erst sagen muss, für welche Art von Mensch er sich nicht hält, könnte doch genau zu dieser gehören. Auf dieser Logik basiert der Twitter-Account “Yes You’re Racist” – und liegt damit erstaunlich oft richtig. Seit rund drei Monaten betreibt Logan Smith den Kanal, der übersetzt in etwa den Titel trägt “Doch, du bist rassistisch.” Jetzt hat Smith auf der Website des Independent selbst erklärt, was es mit dem Account auf sich hat.

Wer einen englischsprachigen Tweet mit den Worten beginnt “Ich bin zwar kein Rassist, aber…”, hat beste Chancen, von dem Account retweetet zu werden. Das heißt, der Tweet wird zunächst an all die Follower von @YesYoureRacist weiterverbreitet – und das allein sind mittlerweile bereits mehr als 14.000 Menschen. Dabei werden aber nur genau solche Statements weiterverbreitet, die den Anfang des Satzes komplett widerlegen. Das passiert nicht selten, rassistische Tweets sind also offenbar ziemlich leicht zu erkennen – an ihrem Einstieg.

“Die Menschen in China sind verdammt unzivilisiert”

Mitten in der Wahlkampf-Phase des amerikanischen Präsidenten Barack Obama im Herbst legte er den Account an, um die Leute “von dem Irrtum zu befreien”, in einer Gesellschaft zu leben, in der es keinen Rassismus mehr gibt – “Tweet für Tweet”, schreibt der Betreiber. Das Projekt ist ein Pranger, und so ist es auch gedacht. Der Kanal soll rassistische Einstellungen offenlegen, erst recht, wenn der Schreibende sich ausdrücklich davon zu distanzieren versucht.

Und so sieht das dann aus auf dem Twitterprofil von “Yes, You’re Racist”, Zitat nach Zitat: “Ich bin kein Rassist, aber asiatische Autofahrer sind wirklich die schlechtesten”, “Ich bin kein Rassist, aber ich ertrage keine Inder und Pakistani”, “Ich bin kein Rassist, aber die Menschen in China sind verdammt unzivilisiert”, “Ich bin kein Rassist, aber dunkelhäutige Menschen haben viel mehr Talent zum Lügen als hellhäutige.” Oft stellt Smith dem weitergeleiteten Tweet noch einen kleine Bemerkung voran: “Doch, bist du!” Ein weiterer Kommentar ist kaum nötig.

Nur wenige beschweren sich über die Verbreitung

Die Sätze entlarven ihre Schreiber nämlich von allein. Sie sind in der Öffentlichkeit geschrieben worden, für alle einsehbar, weil jemand an der Tastatur offenbar seiner Wut Luft machen wollte, manchmal in sehr unverblümten Worten: “Ich bin kein Rassistin, aber wenn ich könnte, würde ich euch erschießen, ihr Motherfucker.”

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