Drei Integrations-Expertinnen

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Drei ‘Expertinnen’ hielten in Wien ein Referat ueber Integration: Necla Kelek, Seyran Ates und Serap Cileli. Nun, was macht diese Frauen zu ‘Expertinnen’? Wahrscheinlich ein tuerkisch-muslimischer Hintergrund, und eine von einem Trauma gepraegte persoenliche Geschichte mit Bucherfolgen zu Hochzeiten der Integrationsdebatte, die bei der Mehrheitsgesellschaft gut ankam, und teilweise die eigenen Vorurteile ueber die Tuerken/die Muslime bestaetigte.

Die ‘Raedelsfuehrerin’ und die bekannteste der drei Damen ist sicherlich das Multitalent Necla Kelek. Wie so oft war Frau Kelek wieder einmal enttaeuscht ueber die tuerkische Community. Vermutlich, weil sie nicht den Weg der Bratwurstmigrantin gegangen sind.

Die Wiener Zeitung berichtet:

[…]Mit teils sehr persönlichen Wortmeldungen spaltete Kelek das Publikum, sorgte für Applaus, andere schüttelten den Kopf. Deutlich wurde Keleks Enttäuschung über ihre eigene, die türkische Community, die nicht so erfolgreiche Lebensbiografien vorweisen könne wie früher Juden oder Gastarbeiter aus Italien und Griechenland. “Die Begeisterung für die Freiheit, die möchte ich an meine Landsleute weitergeben”, unterstrich Necla Kelek.

Für Kelek bedeutet Integration die Aneignung von Werten einer Gesellschaft. Diese Aneigung vermisst sie speziell bei der muslimischen Zuwanderungsbevölkerung. Die nachhaltigste negative Wirkung habe die Heiratsmigration gehabt. Nach dem Anwerbestopp von 1973 sei Heirat – neben Asyl – die einzige Möglichkeit gewesen, aus der Türkei noch nach Deutschland zu kommen. “Familien verheiraten ihre Töchter und Söhne mit Partnern aus der Familie oder dem Heimatdorf”, erzählte Kelek. “Mit den Bräuten kam auch das anatolische Dorf. Sie kannten meist weder die Sprache, noch mussten sie Deutsch lernen, denn in den Familien war vom Essen bis zur Kindererziehung alles türkisch. Ihre Kinder lernten kein Deutsch.”

Äußert negativ waren auch Keleks Ausführungen über die Folgen der Flüchtlingsmigration nach dem Militärputsch von 1980, sowie über die türkischen Kleinbetriebe und Moscheen. Nach 1980 seien vorrangig kurdische Flüchtlinge gekommen, die “kurdische Kollektivstrukturen” errichtet hätten, die von kriminellen Strukturen beherrscht worden seien – Stichwort: Drogenkartelle und PKK. Türkische Unternehmen seien primär im Handel und bei Dienstleistungen erfolgreich. “Meist ist dafür keine qualifizierende Ausbildung erforderlich. So erfolgreich dieses Modell der Familienwirtschaft im Einzelnen ist, so prekär sind die Arbeitsbedingungen der darin Beschäftigten.” Familienangehörige würden “meist ohne Sozialversicherung oder oft auch ohne Lohn mitarbeiten”. Moscheen wiederum würden zum Zentrum einer “Schattenwirtschaft”, Stadtteile seien mittlerweile in türkisch-muslimischer Hand”.

Frau Kelek uebernimmt in etwa die Argumentation von Thilo Sarrazin, dass die Tuerken ausser fuer den Obst- und Gemuesehandel keine produktive Funktion haben. Anstatt anzuerkennen, dass diese Menschen dem Staat nicht auf der Tasche liegen, und teilweise sogar unter schwierigen Bedingungen ohne Ausbildung und Schulabschluss es soweit gebracht haben, und dem Staat Steuereinnahmen garantieren, redet sie die Leistung dieser Kleinunternehmer schlecht.

Necla Kelek hat sicherlich auch keinerlei Probleme, durch Stadtteile von San Francisco, New York, Melbourne, etc. zu schlendern, und sich am chinesisch-buddhistischen, indisch-hinduistischen und am juedischen Stadtbild zu ergoetzen. Das sind ja auch Sehenswuerdigkeiten, ueber die man dann berichtet, wenn man wieder zu Hause ist. Nur mit ‘tuerkisch-muslimischen’ hat sie so ihre Probleme, obwohl die ‘Tuerkin’ nie muede wird, zu erwaehnen, dass sie eine Muslimin ist.

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