Christenverfolgung – Ein Wort mit Sprengkraft

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Ein sehr lesenswerter Artikel aus der woechentlichen Zeitung fuer Glaube, Geist, und Gesellschaft Christ & Welt ueber den Missbrauch des Wortes ‘Christenverfolgung’ durch die Politk und diverser Lobbygruppen.

Ein Auszug:

[…]Je herrischer die Muslimbrüder in Ägypten die religiösen Minderheiten ihres Landes diskriminieren, je brutaler die islamistischen Boko-Haram-Terroristen in Nigeria Andersdenkende abschlachten, desto mehr lässt sich das Wort „Christenverfolgung“ politisch instrumentalisieren. Es eignet sich zur Fortsetzung der Leitkulturdebatte mit anderen Mitteln. Mit-Leidtragende der Christenverfolgungsdiskussion sind Muslime in Europa. Sie dürfen in der Schweiz keine Minarette bauen.

In Deutschland werden ihre Moscheen oft genug in Gewerbegebiete abgedrängt. Ihre angebliche Integrationsunwilligkeit macht es islamischen Kulturvereinen noch schwerer, gegen die Polarisierungen in den eigenen Reihen anzugehen. Das schürt die in Deutschland gewachsene Abneigung gegen den Islam, die ohnehin im europäischen Vergleich an der Spitze liegt. Mit jeder Rucksackbombe auf Bahnsteigen sammelt sie weiteren Zündstoff an.

Zugleich stiftet das Wort Freundschaft. Es verbindet Volker Kauder und Volker Beck und beide mit katholischen und evangelikalen Glaubensstreitern. Bei der Konferenz Evangelikaler Publizisten, einem evangelikalen Verband, können Kirchengemeinden den Unions-Fraktionsführer für einen Abend zum Thema buchen. Beck, der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen, gehört noch nicht zum Referentenpool. Denn bisher herrschte kein Friede zwischen Beck und den Evangelikalen, die seinen Kampf für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben als Abfall von Gottes Ordnung verurteilen. Aber dann erschien Beck mit Bild im Verbandsmagazin, als er die Vereinten Nationen zu mehr Einsatz für Religionsfreiheit aufrief. Wenn es um Leib und Leben von Christen geht, werden Konfliktthemen wie Homosexualität zur Beckmesserei. Zu ihren Hunderten evangelikalen Initiativen gehört die Organisation „Open doors“.

Sie hat sich auf Christenverfolgung weltweit spezialisiert. Jedes Jahr stellt sie einen Christen-Weltverfolgungsindex auf. An der Spitze steht seit Jahren Nordkorea, gefolgt von neun islamischen Staaten. Die Kriterien dafür sind schwer nachvollziehbar, offenbar auch für das Werk selbst. Dafür steht es in der Kritik. Vor einigen Jahren halbierte es seine Schätzung der weltweit verfolgten Christen stillschweigend auf 100 Millionen Menschen.[…]

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