Willkuer bei der Akzeptanz der doppelten Staatsbuergerschaft?

Bayern bevorzugt juedische Zuwanderer aus Russland, das Saarland toleriert die Tuerken, und Bremen ist grosszuegiger bei den Kindern, die mit der doppelten Staatsbuergerschaft aufwachsen, und die sich dann als Volljaehrige fuer eine Staatsbuergerschaft entscheiden muessen.

Zwei Pässe für eingebürgerte Türken? Im Saarland ist das Normalität, in Bayern die Ausnahme. Derartige Unterschiede dürfte es gar nicht geben.

Wenn Einwanderer aus Nicht-EU-Staaten Deutsche werden möchten, müssen sie in der Regel ihre alte Staatsbürgerschaft abgeben. Aber es gibt auch Ausnahmen, beispielsweise dann, wenn das Herkunftsland einen Bürger nicht aus der Staatsbürgerschaft entlassen will.

Diese Ausnahmen aber werden von Bundesland zu Bundesland und sogar innerhalb eines Landes völlig unterschiedlich gehandhabt: Die Chance auf einen Doppelpass hängt nicht nur von der Ursprungsnationalität ab, sondern auch vom Wohnsitz. Herausgefunden haben das Zwölftklässler der Gesamtschule Bremen-Ost, als sie in einem Politikkurs Daten desStatistischen Bundesamts auswerteten. Ihre Studie stellten sie kürzlich in Bremen vor.

Demnach tolerierte das CDU-geführte Saarland 2010 bei fast 70 Prozent aller eingebürgerten Türken die doppelte Staatsbürgerschaft, während die Quote in Bayern unter vier Prozent lag – letzter Platz im Ländervergleich. Bei Einwanderern aus der Russischen Föderation war der Freistaat dagegen besonders großzügig: Hier lag Bayern 2010 mit gut 66 Prozent an der Spitze, während diesmal das rot-grün regierte Bremen mit weniger als vier Prozent am Ende rangierte. Im Folgejahr allerdings war das Gefälle zwischen Bayern und Bremen nach Auskunft der Bremer Innenbehörde nicht mehr so groß: 57 zu 33 Prozent Doppelpass-Inhaber.

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