Weniger Hass im Osten?

Das Ergebnis einer Studie zum Rechtsextremismus der Friedrich-Ebert-Stiftung stellte vor kurzem fest, dass sich rechtsextremes und auslaenderfeindliches Gedankengut ausbreitet. Dem widersprechen allerdings zwei Studien aus Ost-Deutschland teilweise.

Aus Sachsen-Anhalt:

Einschüchterung von Einwanderern, Anschläge auf Politikerbüros – immer wieder machen die ostdeutschen Bundesländer mit Horrorgeschichten über Neonazis auf sich aufmerksam.

Wie groß der Rückhalt für ausländerfeindliche Einstellungen tatsächlich ist, haben nun Sozialforscher der Uni Halle im Auftrag des dortigen Kultusministeriums untersucht (siehe Sachsen-Anhalt-Monitor).

Das Ergebnis der nicht-repräsentativen Erhebung stimmt positiv: Die Zustimmung zur Demokratie sind laut den Ergebnissen stabil, ausländerfeindliche Einstellungen gehen zurück. Die Ergebnisse stellen damit eine Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung infrage, die kürzlich in Ostdeutschland einen massiven Anstieg rechtsextremer Ansichten festgestellt hat.

Zumindest in Sachsen-Anhalt trifft dies offenbar nicht zu. Besonders erfreulich: Bei den 18-bis 24-jährigen gebe es eine Trendumkehr – In dieser Gruppe sei die Fremdenfeindlichkeit deutlich zurückgegangen. Dass 25- bis 29-jährige vermehrt rechtsextreme Meinungen haben, ist für die Autoren ein Anzeichen dafür, dass ausländerfeindliche Jahrgänge ihre Haltung ins Alter mitgenommen hätten.

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Aus Thueringen:

“Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maße überfremdet.” Dieser Aussage stimmen immerhin 49 Prozent der Thüringer zu, wie der neue Thüringen-Monitor ermittelt hat. Dem alljährlichen Stimmungsbarometer zufolge halten sich in der Bevölkerung weitere Vorurteile gegen Ausländer. So stimmen 44 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass in Deutschland lebende Ausländer den Sozialstaat ausnutzten.

Trotzdem ist die Fremdenfeindlichkeit im Freistaat, wo der Ausländer-Anteil bei lediglich 2,3 Prozent liegt, deutlich zurückgegangen. Das gilt auch für andere rechtsextreme Einstellungen, etwa die Verharmlosung des Nationalsozialismus. Laut Thüringen-Monitor haben derzeit zwölf Prozent der Thüringer ein verfestigtes rechtsextremes Denken. Im vorigen Jahr lag der Anteil bei 17 Prozent.

“Das ist ein erfreulicher Rückgang”, sagte der wissenschaftliche Leiter Heinrich Best von der Universität Jena. Seit dem Jahr 2005 habe sich rechtsextremes Denken in der Thüringer Bevölkerung um nahezu die Hälfte verringert. Nach Ansicht von Best könnte die derzeit günstige wirtschaftliche Lage eine Erklärung für den Rückgang sein. Er betonte jedoch: “Entwarnung kann natürlich nicht gegeben werden.” Trotz des Rückgangs sei der Anteil Rechtsextremer noch immer “beunruhigend hoch”.

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(Bildquelle)