Sand ueber Broder

Man kann ueber den israelischen Historiker Shlomo Sand geteilter Meinung sein, aber dumm ist der Mann nicht. Zu einigen Vorwuerfen von Henryk M. Broder aeussert er sich sehr schlagfertig wie folgt:

[…]

Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Sie mit Ihren Thesen, welche Sie auch in Ihrem neuen Buch “Die Erfindung des Landes Israel” formulieren, den Feinden Israels Argumentationsmaterial liefern?

Shlomo Sand: Nein. Wenn irgendwelche Feinde Israels meine Thesen studieren, dann stellen Sie rasch fest, dass das Existenzrecht Israels für mich nicht zur Debatte steht, wie ich es schon zu Beginn des Gespräches erwähnte.

Trotzdem werfen Ihnen Kritiker eine antiisraelische Agitation vor, auch jetzt nach der Veröffentlichung Ihres neuen Buches.

Shlomo Sand: Kritik ist völlig legitim, allerdings hat mich in Israel noch niemals ein Kritiker in die Nähe von Holokaust-Leugnern gerückt, wie es Henryk M. Broder in Deutschland getan hat.

Was entgegnen Sie darauf?

Shlomo Sand: Henryk M. Broder ist weder Israeli, noch hat er für Israel gekämpft, sein Leben riskiert, wie ich als junger Soldat. Trotzdem scheint er Israel als seinen Privatbesitz zu betrachten. Broder schrieb kürzlich in der Welt :”Würde irgendein Revisionist, sagen wir: David Irving, Bücher über die “Erfindung des jüdischen Volkes” und die “Erfindung des Landes Israel” schreiben, hätte er große Mühe, einen angesehen deutschen Verlag für seine Arbeiten zu finden. Handelt es sich aber um einen “israelischen Historiker”, liegen die Dinge anders.” Darauf kann ich nur antworten: “Würde Anders Breivik Artikel schreiben, hätte er große Schwierigkeiten eine angesehene deutsche Zeitung für seine Arbeiten zu finden. Handelt es sich aber um einen Henryk M. Broder, dann liegen die Dinge anscheinend anders.!”

Vielen Dank Shlomo Sand!

Shlomo Sand bezieht sich auf diesen und diesen Artikel in DIE WELT von Henryk M. Broder.

Wie recht Herr Sand doch hat. Dass er eine Verbindung zwischen Broders und Breiviks Aussagen herstellt, ist gar nicht weit hergeholt (siehe z.B.  hier).

Der Rest des Interviews ist auch sehr lesenswert.

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