Fragen an Hamed Abdel-Samed

Nach ihrer ‘Deutschland Safari’ sind Henryk M. Broder und Hamed Abdel-Samed bald on the road again. Diesmal soll es quer durch Europa gehen.

Ich habe 2 Fragen an Herrn Abdel-Samed:

1. Warum geben Sie den Neuen Rechten von der Jungen Freiheit (JF) ein Interview. Was ist Ihre Absicht, und was erhoffen Sie sich davon? Es gibt viele Personen und Organisationen, die aus gutem Grund nichts mit dieser Wochenzeitung zu tun haben wollen:

[…]Die JF führt regelmäßig Interviews mit bekannten Autoren, Vertretern verschiedener Medien, Verbände und Parteien. Einige JF-Interviews, zum Beispiel mit Udo Voigt (NPD) und Jamal Karsli 2002 sowie Rolf Hochhuth 2005 wurden vor allem wegen darin geäußerter Inhalte kritisiert.

Einige der Interviewten wurden öffentlich dafür kritisiert, dass sie als Angehörige demokratischer Parteien durch ihr Gespräch mit dem Blatt diesem zu erwünschtem Ansehen und Leserzustrom verholfen hätten und ihre Aussagen von der JF in andere Kontexte gestellt und so für deren Ziele missbraucht würden. Manche, wie etwa die Sozialdemokraten Egon BahrPeter Glotz und Christoph Zöpel, verteidigten jedoch ihre Interviews, andere erklärten, ihnen sei eine bestimmte Tendenz der JF unbekannt gewesen. Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln (SPD), bedauerte das Interview nachträglich und entschuldigte sich dafür gegenüber den Abgeordneten seines Bezirks.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland beschloss nach einem Interview seines Mitglieds Charlotte Knobloch mit der JF 2000, „rechtsgerichteten Medien“ künftig keine Interviews mehr zu geben. Der Landesparteitag der Berliner SPD beschloss am 26. November 2005, „nicht oder nicht mehr mit der Jungen Freiheit zusammenzuarbeiten und ihr insbesondere keine Interviews zu geben.“ Der SPD-Bundesvorstand gab 2005 eine von Niels Annen und Sebastian Edathy initiierte Broschüre zum Umgang mit Rechtsextremismus heraus, in der eine „strikte Trennlinie“ zu rechtsextremem Gedankengut gefordert wird: Daher dürfe es „keinerlei Beiträge oder Interviews für extrem rechte Zeitschriften geben. Dies gilt insbesondere für Blätter wie die Junge Freiheit und criticón, die sich damit als demokratisch legitimieren wollen.“ Eine ähnliche Broschüre der Konrad-Adenauer-Stiftung kritisierte die Interview-Absage der SPD als „nicht überzeugend“, da sie auch nichtextreme Zeitungen betreffe.[…] (Quelle)

2. Warum lassen Sie sich mit der Person unten abbilden? Wie kam es zu dem Foto?

Bei dem strammen Kameraden links im Foto oben handelt es sich um Christopher von Mengersen, auf dessen Lebenslauf fast alles von PI-News, Pro NRW, Republikaner, DIE FREIHEIT bis zu der rechten Miliz German Defence League zu finden ist. Im Moment ist er Vize-Bundesvorsitzender bei dem Ring freiheitlicher Jugend Deutschland, einem Zusammenschluss diverser rechter und islamophober Jugendorganisationen (Herrn von Mengersen kann man auch in dem Bericht des Heute-Journals in diesem Video ab 7:50min. sehen)

Generell stelle ich fest, dass Sie anscheinend keine Beruehrungsaengste mit den Rechten, bzw. Rechtsextremen haben.  Ich bin fest der Meinung, dass man auch ein serioeser Islamkritiker sein kann, ohne sich von den Rechten vereinnahmen zu lassen, bzw. ohne sich mit ihnen einzulassen.