Ansehen des Islam bei den Deutschen sehr schlecht

Eine neue Umfrage des Instituts Allensbach zeigt, dass das Ansehen des Islam bei den Deutschen sehr schlecht ist. Auch wenn keine generelle Intoleranz herrscht: „Die Türken“ und mit ihnen die gesamte islamische Welt gelten oft noch als „die anderen“.

[…] Immer wieder zeigt sich bei Umfragen zur europäischen Integration, dass die deutsche Bevölkerung mit überwältigender Mehrheit den Beitritt der Türkei zur EU ablehnt, und dies offensichtlich nicht aus einer besonderen Abneigung gegenüber der Türkei heraus, sondern einfach deswegen, weil die Türkei für die meisten Deutschen einfach nicht zu Europa gehört. Der Anteil derjenigen, die sagen, die Türkei sei ein europäisches Land, lag 2008 bei 18 Prozent. […]

[…]Das allgemeine Image des Islam ist verheerend. Die Befragten wurden gebeten, unter 21 Aussagen diejenigen auszuwählen, die ihrer Ansicht nach auf den Islam zutreffen. 83 Prozent meinten daraufhin, der Islam sei von der Benachteiligung der Frau geprägt, 77 Prozent meinten, typisch für den Islam sei das Festhalten an althergebrachten Glaubensgrundsätzen, 70 Prozent assoziierten mit dem muslimischen Glauben Fanatismus und Radikalität. Deutliche Mehrheiten der Bevölkerung attestierten dem Islam darüber hinaus unter anderem Gewaltbereitschaft (64 Prozent), die Neigung zu Rache und Vergeltung (60 Prozent), missionarischen Eifer (56 Prozent) und das Streben nach politischem Einfluss (56 Prozent). Nächstenliebe brachten nur 13 Prozent mit Islam in Verbindung, 12 Prozent dachten beim Stichwort Islam an Wohltätigkeit und nur 7 Prozent an Offenheit und Toleranz.[…]

[…]Folgerichtig reagiert die Bevölkerung auch mit Unverständnis auf Versuche, den Islam zum Bestandteil der deutschen Kultur zu erklären. In Anlehnung an eine Formulierung des früheren Bundespräsidenten Wulff stellte Allensbach die Frage „Wenn jemand sagt: ,Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland wie das Christentum.’ Würden Sie da zustimmen, oder würden Sie da nicht zustimmen?“ Nur 22 Prozent der Befragten stimmten der These zu, 64 Prozent stimmten nicht zu. Und auch, wenn man die Formulierung etwas abschwächt und im Fragetext, wie es Bundespräsident Gauck getan hat, davon spricht, dass „die Muslime, die hier leben“, zu Deutschland gehörten, ändert sich an den Antworten nichts Grundsätzliches. In diesem Fall steht 29 Prozent Zustimmenden eine immer noch eindeutige relative Mehrheit von 47 Prozent der Befragten gegenüber, die die Aussage ausdrücklich ablehnen. Die über Jahrhunderte antrainierte Unterscheidung zwischen „uns“ und „denen“ lässt sich nicht in wenigen Jahren überwinden.[…]

Die Berichterstattung in den Medien – die sich hauptsaechlich auf die negativen Nachrichten konzentriert, und das Normale, das Alltaegliche, Positive ausblendet – und die Stimmungsmache einiger Politiker, die teilweise schon die Rhetorik und Argumenter der NPD uebernommen haben, haben u.a. sicherlich zu diesem negativen Image beigetragen.

Den vollstaendigen Artikel koennt ihr in der FAZ lesen.

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