7500 Deutsche Tote durch Auslaender?

In den rechten Hetzblogs liest man immer wieder von 7500 Deutschen Todesopfern seit 1990, die angeblich durch Auslaender ums Leben gekommen sind. Damit versucht man die Toten durch rechte Gewalt (149 im selben Zeitraum) zu relativieren.

Zum Volkstrauertag organisierten die Rechten ihre eigene Mahnwache:

Wie kommen sie auf diese Zahl? Offizielle Statistiken dazu gibt es nicht. Die Frankfurter Rundschau ist der Sache nachgegangen, und hat Licht in die finstere Mogelpackung gebracht:

[…] Bei genauerer Betrachtung allerdings, entpuppt sich die Opferzahl schlicht als falsche Rechnung. Ursprünglich berechnet wurde die Zahl deutscher Opfer vom rechten Internetblog „Eulenfurz“. Als Grundlage diente eine Statistik des Internetanbieters Statista, in der die Zahl der Opfer von Mord- und Totschlag seit 1990 auf 21.467 beziffert wird. Die Zusammenfassung der unterschiedlichen Straftatbestände begründete der anonyme Autor mit der Tatsache, dass für die Opfer das Ergebnis das gleiche sei.

Auffällig ist hier schon, dass Statista auf eine Statistik des BKA verweist, in der sowohl vollendete Taten als auch Versuche zusammengefasst werden und die somit gar keine Aussage über die Zahl der Toten gibt. Mit dieser falschen Datenbasis nun rechnet der anonyme Autor weiter. Da bei Mord und Totschlag der Anteil der Ausländer an verurteilten Tätern durchschnittlich 29,35 Prozent betrage, müssten 6300 Tote auf ihr Konto gehen. Dazu käme ein Aufschlag für eingebürgerte Migranten, von denen vermutet wird, dass „sie genauso morden und verletzen wie ihre Volksgeschwister ohne BRD-Pässe“. So kommt der Autor auf die Zahl 7500.

Die Zahl ist wie gemacht für DIE FREIHEIT. Im Mobilisierungsvideo für die Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag wähnt Parteivize Marc Doll Deutschland in einem Krieg, in dem muslimische Einwanderer die Aggressoren und Deutsche die Opfer sind. Natürlich spricht auch er von 7500 Toten seit 1990 – wie es inzwischen fast alle rechten Nachrichtenportale tun.

In der gesamten Rechnung unbeachtet bleibt, dass Mord- und Totschlag typische Beziehungs- und sogenannte Nahfeldtaten sind, folglich ein Großteil der Opfer selbst Ausländer sein dürfte. Laut BKA gibt es keine verlässliche Datengrundlage, die eine solche Zahl stützen würde. Die Nationalität von Verbrechensopfern soll nach Auskunft des Bundesinnenministeriums erst ab 2013 erfasst werden.[…]

Auf Nachfrage antwortete Michael Stuerzenberger – Funktionaer des Landesverbandes Bayern des Rechten Haufens DIE FREIHEIT – der die Zahl auch immer wieder gerne benutzt, dass diese Zahl zu hoch gegriffen sein koennte. Aber…

[…]An dem eigentlichen Problem der Ausländergewalt ändere diese jedoch nichts. Für ihn selbst sei auch egal, ob die Täter deutsche Staatsbürger seien oder nicht. Wichtig sei die Unterscheidung in Moslems und Nicht-Moslems: „Der Islam ist eine Ideologie, die das Töten nicht nur fördert, sondern fordert[…]

Merke: Was nicht passt, wird passend gemacht. Besonders bei den Rechten Dumpfbacken, wenn man keine stichhaltigen Beweise hat, und Fakten die eigene Hass-Ideologie nicht unterstuetzen.

Was sagte Sarrazin schon ueber Zahlen und Statistiken…

“Wenn man keine Zahl habe, sagt er, dann müsse „man eine schöpfen, die in die richtige Richtung weist, und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Schätzung durch.”

(via Politblogger)

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