Herr Westergaard, Ihre berühmte Zeichnung des Propheten Mohammed mit einer Bombe im Turban wird jetzt in Deutschland von der rechtsrextremen Gruppe „Pro NRW“ im Wahlkampf benützt. Was sagen Sie dazu?
Kurt Westergaard: Das geschieht unter meinem schärfsten Protest. Ich lehne es strikt ab, mit einer politischen Partei oder Bewegung in Verbindung gebracht zu werden. Meine Zeichnung war ein Kommentar zur Meinungsfreiheit, und nur mit Meinungsfreiheit soll man mich verbinden.
Herr Westergaard distanziert sich allerdings nur indirekt, obwohl Pro NRW sein Werk ohne sein Einverstaendnis zur Schau stellt. Ich bin mir nicht ganz schluessig, warum er nicht explizit erwaehnt, dass er nicht von den rechten Hetzern vereinnahmt werden moechte:
Lehnen Sie es ab, mit Rechtextremen verbunden zu werden oder distanzieren Sie sich von jeder politischen Vereinnahmung?
Westergaard: Das ist prinzipiell. Ich will nicht an irgendeine politische Agenda gekoppelt werden. Mir reicht der Kampf für die Meinungsfreiheit.
Pro NRW hat auch einen „Kurt Westergaard-Preis“ gestiftet. Hat man Sie um Erlaubnis gefragt?
Westergaard: Nein, natürlich nicht, und ich hätte sie auch niemals gegeben. Auch dagegen habe ich auf’s Schärfste protestiert. Aber geantwortet hat man mir nicht. Ich bin sehr froh, wenn man in Deutschland erfährt, dass ich mit diesen Aktionen nichts zu tun habe und dies in keiner Weise mit meinem Einverständnis geschieht.
Ich denke, Herr Westergaard macht es sich ein bissl zu einfach. So naiv kann man nicht sein. In der heutigen Zeit kann man die Zeichnung der Muhammad-Karrikaturen ohne Weiteres als eine politisch-motivierte Tat werten. Mit dem Schlagwort ‘Meinungsfreiheit’ kann man nicht alles entschuldigen. Er haette ahnen muessen, dass die isamfeindliche Szene ihn und sein Werk vereinnahmen wuerde. Es geht nicht, dass man mit dem Hinweis auf die Meinungsfreiheit – insbesonders in ‘brenzligen’ Zeiten – alles moegliche publiziert, aber mit den Konsequenzen der Publikationen nichts mehr zu tun haben moechte (Siehe z.B. Broder – Breivik). Die Geschichte hat allzu oft gezeigt, dass ‘Worte’ zu heftigen Taten fuehren koennen.
Was ich auch nicht verstehe ist, dass der Innenminister in NRW das Zeigen der Karrikaturen durch die rechten Wirrkoepfe verbieten lassen moechte, obwohl die Bundeskanzlerin den Zeichner vor knappen 2 Jahren mit dem Medienpreis ausgezeichnet hat. Warum wird Westergaard fuer seinen Mut, die Karrikaturen zu zeichnen, belohnt, aber Pro NRW soll das Zeigen der Karrikaturen untersagt werden?


Ein Radikaler ist der schon, der Westergaard, nur möchte er auch nicht die politische Mitte, die ihn mit Preisen geehrt hat, vor den Kopf stoßen und Seite an Seite mit Pro-Nazis stehen. Zu denen geht er lieber auf Distanz.
Mir ist nur damals aufgefallen, bei dem versuchten Attentat von dem Somalier, dass die Agenturen da ein paar Details schön gebogen haben. Nicht aus Versehen natürlich, sondern damit es angenehmer klingt. Und zwar verschanzte sich Westergaard allein in seinem Bunker und ließ ein kleines Mädchen, das mit ihm im Haus war, mit dem Attentäter minutenlang allein. Als die Polizei kam, traf sie den Somalier zusammen mit dem Kind in einem Zimmer an. Westergaard hockte derweil im Bad. Die Kleine war auch nicht seine Enkelin, sondern die Tochter einer Albanerin, zu der Westergaard eine etwas unklare Beziehung hatte. Väterlich, gönnerhaft, oder was auch immer. “Ziehtochter” schrieb eine Zeitung.
Am nächsten Tag gab er dann Interviews, in denen er sich rechtfertigte. Wohl in dem Bewußtsein, dass sein Verhalten nicht sauber war. Die Polizei hätte ihm eingeschärft, dass ein möglicher Attentäter es nur auf ihn abgesehen hätte. Also charakterlich ist Westergaard sicher keine Leuchte.