Diskriminierung im Arbeitsleben

Verlangt der Arbeitgeber in einer Stellenanzeige «sehr gutes Deutsch», ist das keine Diskriminierung. Das Landesarbeitsgericht Nürnberg sieht darin rechtmäßiges Ziel des Arbeitgebers.

Die Forderung nach sehr guten Sprachkenntnissen sei vielmehr ein Hinweis auf die Notwendigkeit für die Tätigkeit, urteilte das Landesarbeitsgericht Nürnberg (Aktenzeichen: 2 Sa 171/11). Erst wenn zusätzliche Indizien vorliegen, könne von einer Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft ausgegangen werden, wie die Deutsche Anwaltverein unter Berufung auf das Urteil berichtet.

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Natuerlich muss solch eine Forderung nicht automatisch eine Diskriminierung bedeuten. Es gibt Berufe, wo “sehr gute Sprachkenntnisse” ein wichtiges Kriterium sein koennen. Man muesste  den obigen Fall schon als Ganzes sehen und die Details kennen, um analysieren zu koennen, warum die russischstaemmige Dame als Softwareentwicklerin abgelehnt wurde.

Bei dem nachfolgenden Fall ist die Sachlage eindeutig:

Weil er zugelassen hat, dass ein Afrikaner an seinem Arbeitsplatz diskriminiert wurde, ist ein oberösterreichischer Unternehmer von einem Gericht verurteilt worden. Die Arbeiterkammer hat über 1.500 Euro Schadenersatz erstritten.

Der Afrikaner war als Abwäscher und Küchenhilfe in dem Hotel- und Gastronomiebetrieb tätig. Zweieinhalb Monate lang wurde er wegen seiner Hautfarbe und ethnischen Zugehörigkeit vom Küchenchef beschimpft. Dieser bezeichnete sich als „Herren“ und den Arbeitnehmer als „Sklaven“. Beim Hoteldirektor fand der Mann keine Hilfe, deshalb erstattete er Anzeige bei der Polizei. Daraufhin erhielt er die Kündigung.

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