Krankhafte Extremisten unter sich

Zwei, evtl. drei krankhafte Extremisten sollen fuer einen anderen Extremisten der Gegenfraktion vor Gericht aussagen, um zu beweisen, dass seine Furcht vor deren Extremismus begruendet, und nicht krankhaft sei. Wie krankhaft ist das denn? :)

Anders Breivik bekommt Unterstützung aus dem islamis tischen Lager. Für den Prozess gegen den geständigen Attentäter haben zwei bekannte norwegische Islamisten, Arfan Bhatti und Moyeldeen Mohammad, der Verteidigung die Teilnahme als Zeugen zugesagt. Sie erfüllten gern ihre “Bürgerpflicht als gute Norweger”, so Anwalt Christian Elden, der die Männer in den vergangenen Jahren mehrfach vertreten hatte. Seine Klienten seien bestrebt, norwegische Spielregeln einzuhalten, “auch wenn sie von einer künftigen Änderung der Gesellschaftsstruktur träumen”.

Für Breivik und seine Anwälte spielt die Vernehmung der Islamisten eine zentrale Rolle. Das erste psychiatrische Gutachten – ein zweites Gutachten soll bis zum 10. April vorliegen – hatte Breivik als geisteskrank erklärt. Der mutmaßliche Mörder von 77 Menschen hält sich selbst für gesund.

Als Verteidiger müsse er dem “dringenden Wunsch” seines Klienten entsprechen, den psychiatrischen Befund zu widerlegen, argumentiert Breiviks Anwalt Geir Lippestad. Die Zeugen aus dem extremen muslimischen Milieu könnten dem Gericht deutlich machen, dass Breiviks Furcht vor einer Machtübernahme durch Muslime nicht unbedingt eine krankhafte Zwangsvorstellung sei: “Hier handelt es sich um Personen, die tatsächlich dafür argumentieren, dass die Muslime Europa übernehmen.”

Neben Bhatti und Moyeldeen, die unter anderem mit der Vision eines islamischen Norwegen beziehungsweise dem Aufruf zur Steinigung Homosexueller provoziert haben, will die Verteidigung den extremistischen Mullah Krekar vernehmen. Der Mullah wird seit 2008 auf der UN-Terrorliste geführt; erst Anfang März würdigte er auf einer Demonstration in Oslo den islamistisch motivierten Mord an dem niederländischen Filmemacher Theo van Gogh. Seine Zusage zu einer Teilnahme am Prozess steht noch aus.[...] (Quelle)

Dazu schreibt Joerg Lau von DIE ZEIT in seinem Blog:

[...]Großartig! Ein Wahn stützt den anderen! In meinem Studium war der Ansatz des radikalen Konstruktivismus sehr populär, vor allem in seiner Rezeption durch die soziologische Systemtheorie. Ein schöner, wenn auch leicht perverser Anwendungsfall, dieser Terrorprozess: Weil Mullah Krekar seinen Wahn für richtig hält, in dem er mal eben das Töten von Abtrünnigen dekretieren kann, weil die Scharia das so gebietet, soll auch Anders Breiviks Wahnwelt richtig sein, in der die drohende Übernahme Europas durch Mullah Krekar et al. zur Exekutierung von jungen Sozialdemokraten berechtigt.

(In gewisser Weise funktioniert auf Basis dieser Logik allerdings die gesamte so genannte Islamkritik von PI, Nürnberg 2.0 und Konsorten: Ein Wahn stützt den anderen, eine Enthemmung erzeugt die andere. Immer gibt es irgendeinen Mullah Krekar als Kronzeugen für die eigene geistige Gesundheit und politische Zurechnungsfähigkeit.)

und

Krekar und Breivik: ein Dreamteam. Ich weiß ja nicht, ob es sich einrichten lassen wird – aber wäre es nicht möglich -Mullah Krekar ist ja soeben zu fünf jahren Haft  verurteilt worden – dieses geschlossene  System in einer Haftzelle zusammenzulegen und einfach zu sehen, was passiert?

Es könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein.

Volle Zustimmung!