Kopftuchverbot beim Fussball vorerst aufgehoben

Der Fußball-Weltverband FIFA will muslimischen Frauen künftig das Tragen des Hijab-Schleiers auf dem Platz erlauben. Die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) beschlossen einstimmig, das Verbot im Juli aufzuheben. Es besteht seit 2007 aus Sicherheitsgründen.

«Wir wollen allen Frauen der Welt ermöglichen, Zugang zum Fußball zu haben», sagte FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke nach der IFAB-Sitzung. FIFA-Vizepräsident Prinz Ali bin Al Hussein hatte bei der Generalversammlung südwestlich von London ein neues Hijab-Modell präsentiert. Diese hat einen Verschluss, der sich beim Ziehen öffnet. Er begrüße die Entscheidung für einen «beschleunigten Prozess mit weiteren Tests des neuen und sicheren Designs», sagte der jordanische Prinz. Sobald das Gesetz am 2. Juli bei der IFAB-Sondersitzung in Kiew verabschiedet sei, «sehen wir viele stolze und glückliche Spielerinnen zum Fußball zurückkehren», sagte bin Al Hussein.

Im Juni 2011 war das iranische Fußball-Frauenteam wegen seiner Kleidung vom Olympia-Qualifikationsspiel in Jordanien ausgeschlossen worden. Bereits vor den Olympischen Jugendspielen 2010 hatte die FIFA dem Iran wegen der Kleiderordnung mit einem Ausschluss vom Turnier in Singapur gedroht. Schließlich erlaubten die iranischen Autoritäten jedoch, dass die Spielerinnen mit einer Kappe statt des Hijab-Schals antraten. Andere Sportarten wie Taekwondo erlauben den Hijab. (Quelle)

Ich hatte bereits hier einen Artikel ueber das Kopftuchverbot beim Fussball veroeffentlicht. Ich finde es gut, dass dieses Verbot aufgehoben wurde. Nicht aus dem Grund, weil ich fuer oder gegen das Kopftuch bin, sondern weil ich realistisch erkenne, dass es in einigen Laendern leider den Zwang zum Kopftuch gibt. In diesen Laendern wird das Leben der Frauen genug eingeschraenkt, da muss man durch solche Verbote nicht noch dazu beitragen, in dem man die Frauen de facto dazu zwingt, nicht mehr zu spielen. Man bestraft die Frauen fuer etwas, wofuer sie nichts koennen.

Die ideale Loesung waere, dass es weder eine Kopftuchtragepflicht, noch ein Verbot gibt. Es sollte den Frauen ueberlassen werden – ohne jeglichen Zwang -, ob sie ein Kopftuch tragen moechten oder nicht. Genauso, wie es auch ausserhalb des Sportplatzes sein sollte. Die Religion, bzw. die religioesen Praktiken eines Menschen sollten kein Grund dafuer sein, sie vom gesellschaftlichen Leben auszuschliessen. Kompromissloesungen koennen gefunden werden, wenn der gute Wille dazu da ist. Das Beispiel oben hat es gezeigt.

Uebrigens, einen aehnlich gelagerten Fall gab es auch bei der juedischen Basketballspielerin Naama Shafir.