Christliche Kriminelle rueckfaelliger als muslimische?

Aus der Reihe “Studien, die die Welt nicht braucht”. Diesmal: Angeblich sollen ‘christliche’ Kriminelle rueckfaelliger sein, als ‘muslimische’:

Knapp 80 Prozent der kriminellen Jugendlichen werden einer Studie zufolge vier Jahre nach der Haft rückfällig. Demnach werden Häftlinge christlichen Glaubens häufiger wieder straffällig als muslimische Zellengenossen. Wissenschaftler haben die Daten von 400 Männern untersucht, berichtet “Der Spiegel”. Die Rückfallquote habe unter Muslimen bei 64 Prozent, bei Protestanten bei 89 Prozent, bei Katholiken bei 79 Prozent und bei Jugendlichen ohne Konfession bei 87 Prozent gelegen. (Quelle)

Solche nichtsaussagenden und verzerrenden Studien sind schwachsinnig und gefaehrlich, weil es schon an der Definition von ‘Religioesitaet’ scheitert, und den Menschen das Gefuehl gibt, als ob die eine oder die andere Religion mehr Kriminelle produziert. Wie misst man die Religioesitaet eines Menschen? Wenn man einen ‘muslimischen’ oder ‘christlichen’ Kriminellen fragt, ob er an Gott glaubt, und er bejaht es, ist dieser Mensch religioes, obwohl er alle Gebote/Verbote missachtet?

Man sollte endlich aufhoeren, Religionsgruppen auf diese laecherliche Art und Weise gegeneinander auszuspielen. Es sind soziale Probleme, ueber die man sprechen sollte.

Empfehlenswert ist auch das Buch “Luegen mit Zahlen” ueber die Manipulation durch Statistiken.

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Danke an Sejfuddin fuer den Hinweis