Post fuer Jenny – Ein offener Brief

Offener Brief an Jennifer Nathalie Pyka, zu übersenden an:

jnpyka@achgut.com

Betreff: Ihr Verhältnis zu Diffamierungen?

Sehr geehrte Jennifer Nathalie,

ganz Deutschland diskutiert über Ihren ‘Ziehvater’ Henryk M. Broder und dessen Verhältnis zur polemischen Hetze und Diffamierungen. Völlig zurecht. Aber wie halten Sie es eigentlich damit? Wer Ihre etwas sonderbaren Aktivitäten in den letzten Monaten beobachtet hat, kann diese Frage wahrlich nicht zu Ihren Gunsten beantworten.

Nun, was war geschehen? Sie sollten es wissen, denn schließlich sprechen wir Sie hiermit nicht zum ersten Mal darauf an. Ihre Aktionen waren des Oefteren das Thema in diversen Diskussionen auf Facebook, woran Sie teilweise auch teilgenommen haben. Konkret dreht es sich um den Ihnen wohlbekannte Politker (sowie Vorsitzender des Auswaertigen Ausschusses, und wie Sie ihn nennen, Ihren “Lieblings-MdB”) Ruprecht Polenz (65) und Irena Wachendorff, die beide Ihre Aktivitäten und Ansichten ein paar Mal in Facebook hinterfragt haben. Diverse Blogs haben sich auch diesem Thema angenommen. Dass Sie über derartige Berichte nicht gerade erfreut sind, ist nachvollziehbar, aber als Bloggerin und Nachwuchsjournalistin muss man das eben aushalten. Sie hingegen sehen das offenbar anders – denn wie sonst ließe sich erklären, dass Sie, Ihre Mutter, und Ihre Fangemeinde seit Monaten Anlass sahen, in Bezug auf Herrn Polenz und Frau Wachendorff mal ordentlich die Peitsche zu schwingen?

Oder ist die Tatsache, dass Sie sich seit Mitte letzten Jahres aktiv an einer Verleumdungs- und Einschüchterungskampagne gegen Herrn Polenz und Frau Wachendorff beteiligen, etwa anders zu interpretieren? Zu Ihrer Erinnerung: Es handelt sich dabei um eine Kampagne, die Sie, und Personen aus Ihrem Umfeld gegen Herrn Polenz und Frau Wachendorff gestartet haben, und die bis dahin in Ihrem Blog, auf AchGut, und auf Facebook ausgetragen wurde. Der Grund: Ruprecht Polenz hinterfragte lediglich die israelische Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten. Frau Wachendorf setzte sich fuer einen arabisch-juedischen Kinderkarten in Israel ein. Quasi über Nacht wurde aus Herrn Polenz dann ein Antisemit, dem unterstellt wird, die Hamas zu unterstuetzen, und Frau Wachendorff wurde ihr Juedischsein aberkannt. Der Förderverein für den Kindergarten wurde als krimineller “Spendenwaschclub” diffamiert, was juristisch unhaltbar ist..Man möchte meinen, dies sei an Absurdität kaum zu überbieten. Doch Sie demonstrierten, dass es noch abstruser geht: Sie und Ihre Mutter sprangen plötzlich mit Freude auf diesen Geisterzug und übernahmen dessen Lokführerschaft. Dadurch änderte sich die Lage schlagartig.

Sie machten in dem öffentlich zugänglichen und stark frequentierten Broder-Blog AchGut sodann einige Aussagen, in denen  Verleumdungen und Unwahrheiten über Herrn Polenz ausgebreitet werden. Sie verlinkten teilweise andere Texte zustimmend und positionierten sich damit in aller Öffentlichkeit und vor den Augen Ihrer unzaehlig starken Fangemeinde gegen Ruprecht Polenz. Somit stimmten sie auch den bis dahin kursierenden sowie massiv ehrabschneidenden Lügen über seine Person vorbehaltlos und unhinterfragt zu. Herrn Polenz’ & Frau Wachendorffs Sichtweise haben Sie sich bis heute nicht angehört, geschweige denn, ihnen Platz zur Gegendarstellung eingeräumt. Plötzlich hatten jedenfalls tausende von Leuten einen Freifahrtschein, um gegen Herrn Polenz und Frau Wachendorff vorzugehen – denn Sie wissen, wie Sie auf Ihre Freunde wirken: Was Jennifer Nathalie in dem Blog AchGut sagt, kann ja nicht verkehrt sein. Insofern haben Sie an dieser Kampagne nicht nur teilgenommen, sondern diese auch legitimiert und angefacht. Ohne Ihr Eingreifen in Ihrem eigenen Blog, auf Facebook, und auf AchGut wäre diese Aktion, die bis dahin nur von unbekannten Privatpersonen betrieben wurde, zweifellos versandet.

Wie bestellt, hatte dieser Schritt Ihrerseits schwerwiegende Konsequenzen – auch im realen Leben. Frau Wachendorff und Herr Polenz wurden über Wochen bis hin zum heutigen Tage mit Verleumdungen und Beleidigungen übelster Art konfrontiert. Dazu gesellten sich, besonders bei Frau Wachendorff, physische Drohungen, pausenloser Telefonterror, Hackangriffe – auch im Umfeld ihrer Angehörigen. Ein Ende scheint nicht in Sicht.

Der erfreuliche und vermutlich nur bisherige Höhepunkt wurde dann am 11.01.2012 erreicht, als ein aufklaerender Artikel in der Frankfurter Rundschau und der Berliner Zeitung erschien, der diese Angelegenheit der Oeffentlichkeit per Printmedium zugaenglich machte. Sie selbst haben zu diesem Artikel keine Stellung bezogen. Wie sollte es auch anders sein? Insofern war es auch wenig erstaunlich, dass Sie – die sonst kein Blatt vor dem Mund nimmt – immer noch schweigen.

Ich frage mich nun, was Sie, eine talentierte Nachwuchsjournalistin mit Praktikumserfahrung bei der BILD-Zeitung und Autorin bei ‘The European”, zu derartigen Schritten motiviert haben mag. Wissen Sie eigentlich, was es bedeutet, einer Person in diesem Land das Etikett „Antisemit“ und “Hamas-Freund” zu verpassen, so wie Sie und Ihr Fanclub es indirekt mit Herrn Polenz gehandhabt haben? Nun, es kommt Rufmord gleich. Können Sie sich vorstellen, was passiert, wenn potentielle Waehler und ‘Israelfreunde’ Frau Wachendorff und Herrn Polenz googeln und dabei auf derartige „Berichte“ stoßen? Noch dazu, wo nun ein Nachwuchsjournalistin wie Sie solch haarsträubende Behauptungen mit dem „Israelfreundlich-Guetesiegel“ versehen hat?  Sind Sie sich eigentlich der Tatsache bewusst, dass die durch Sie und Ihr Umfeld angefachte und legitimierte Aktion sehr wohl dazu geeignet ist, die Zukunft eines Politikers und einer Foerderin eines israelischen Friedensprojekts zu zerstören? Oder haben Sie all das nicht bedacht? Schwer vorstellbar, schließlich schreiben Sie ja nicht erst gestern – Sie gewannen bereits mit 6 Jahren einen oertlichen Lesewettbewerb – und haben ja etwas Erfahrung bei der BILD-Zeitung gesammelt. Man kann daher davon ausgehen, dass Ihnen die Folgen Ihres Handels wohl bewusst sind. In diesem Fall haben Sie dann wohl billigend in Kauf genommen, dass Herrn Polenz und Frau Wachendorff dadurch massiv geschadet wird. Oder war es gar ihr Ziel, die beiden Herrschaften mundtot zu machen? Wohlwissend, dass Frau Wachendorff lediglich in Ihrer Freizeit fuer den Kindergarten aktiv ist, und Herr Polenz seine FB-Seite mit fast 5000 Freunden, und ueber 700 Kommentaren am Tag alleine betreibt, und sie beide dafür kein Geld erhalten und daher auch keinerlei Rückhalt durch eine Redaktion, einen Verlag oder Juristen geniessen?

Sie, sehr geehrte Jennifer Nathalie, haben sich damit an die Spitze einer konzentrierten Kampagne gegen eine Friedensaktivistin und einen Politiker gestellt, die lediglich von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht, sowie Ihre Diffamierungsversuche hinterfragt haben. Ihr Verhalten ist inakzeptabel, und zwar umso mehr angesichts Ihrer Position und des damit verbundenen Einflusses auf Ihre ‘israelfreundliche’ Fangemeinde. Ich fordere Sie daher nochmals auf, zu den genannten Vorgängen ausführlich Stellung zu nehmen  – Ich hoffe, dass es dann auch veröffentlicht wird.

Hochachtungsvoll

[Name einsetzen]

PS: Sie selbst wollten Herrn Polenz mit Hilfe der Springer-Presse eine sog. “Antisemitismus-Affaere” anhaengen, die oeffentlich werden sollte – Aus genau diesem Grund ist dieses Schreiben auch öffentlich im Internet zugänglich.

Mehr Literatur auf die im obigen offenen Brief angesprochenen Punkte und Personen:

Dieser Blog:

Jennifer Nathalie’s Blog:

Broder’s Blog ‘AchGut’:

Die Vorlage zu diesem offenen Brief habe ich mir von http://postfuerpolenz.blogspot.com geborgt, und es hier und da angepasst, damit die Sachlage ein bissl wahrheitsgetreuer dargestellt wird. Ich bedanke mich recht herzlich bei dem postfuerpolenz-team fuer die Vorarbeit und den Denkanstoss ;)