Jagt den Wulff!

Ich wollte eigentlich einen Beitrag ueber die ‘Affaere’ um den Bundespraesidenten Wulff schreiben, aber Taner Beklen hat bereits die Worte, die ich im Sinn hatte, sehr gut in seinem Blog zusammengefasst. Also, warum das Rad neu erfinden?

Es koste, was es wolle. Sie werden ihn stürzen. Kein anderes Thema wird gegenwärtig so leidenschaftlich behandelt, wie die des Bundespräsidenten. Scheinbar hat sich die Medien- und Presselandschaft gegen ihn verschwört, setzen alles daran ihn von seinem Amt entschieden zurück zu drängen.

Die BILD hat entschieden – Wulff muss gehen. So wird das leider auch kommen. Eine traurige Wahrheit aber so läuft das in Deutschland. Von Medienverantwortung keine Spur. Im Namen der Pressefreiheit…

Selbst SPD und Grüne üben Druck auf Wulff. Denn wenn er erst Mal weg ist, erhoffen sie sich diesmal ihren Kandidaten zum Präsidenten krönen zu können. Der klassische Machtkampf eben.
Die Alternative Gauck von rot-grün stößt bei Migranten und Muslimen weniger auf Begeisterung.  Ein Mensch der Sarrazin für seinen Mut lobt und den Karikaturist Westergaard als einen Vorreiter der Meinungsfreiheit feiert ist nicht würdig das höchste Amt zu besetzen. Statt einer versöhnenden Geste, was auch von einem potenziellen Präsidentschaftskandidat zu erwarten wäre, würde diese Person Öl ins Feuer gießen und die Gemüter noch weiter erhitzen.

Man muss ein weißes, unbeschriebenes Blatt sein, um in Deutschland Bundespräsident werden zu können. Und redet dieser doch gegen die Interessen der Mainstream-Medien, kramt man in seiner Vergangenheit, packt alles aus, was gegen ihn spricht. Doch gibt es überhaupt jemanden der  eine sündenfreie Vergangenheit von sich behaupten kann? Wer traut sich noch den Posten des Bundespräsidenten zu besetzen?

‎“Der Islam gehört zu Deutschland“ – mit dem Satz hat sich Wulff die Finger verbrannt. Jetzt schlägt man auf ihn ein, als hätte er Verrat begangen. Und der Zweck heiligt dabei die Mittel.
Eine deftige Ohrfeige bekommt Wulff verpasst: Die offizielle Begründung für die Kritik gegen ihn ist jetzt eine andere. Aber seine Aussage auch den Islam als Teil dieses Landes einzubeziehen hat ihn für viele untragbar gemacht. Viele haben ihm das übel genommen und demonstrieren heute ganz offen, wie nachtragend sie sind.

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Ich teile eine grossen Teil von Taner Beklen’s Ansichten. Auf mich hat Christian Wulff – trotz meiner Skepsis vor seiner Wahl zum Bundespraesidenten – bisher einen guten Eindruck gemacht. Auch vertritt er Deutschland im Ausland relativ gut.

Ohne Frage, Wulff hat mit der Informationspolitik bezueglich seiner Kreditaffaere Fehler gemacht. Aber was aus einer Muecke gemacht wurde, ist doch sehr verwunderlich. Dass man dann unter dem Mediendruck mehr Fehler macht, oder sich ungluecklich ausdrueckt und agiert, ist fuer mich einigermassen verstaendlich. Egal was Bundespraesident Wulff gesagt hat/haette, die entsprechenden Medien haben/haetten es so hingebogen, dass es nicht passt.

Fuer mich ist es keine Ueberraschung, dass diese ‘Hexenjagd’ von der Springer-Presse gestartet wurde (siehe auch Bild oben aus ‘Focus’). Nicht nur vielen rechtskonservativen Politikern waren die Aussagen des Bundespraesidenten zum Islam ein Dorn im Auge. Man erinnere sich noch an die Schlagzeilen und Umfragen der BILD-Zeitung nach seiner Ansprache (Natuerlich will ich damit nicht sagen, dass es NUR an seiner Einstellung zum Islam und den Muslimen in DE liegt. Aber ich bin ueberzeugt, dass es mit ein Grund ist, dass die Springer-Presse die Jagd auf den Bundespraesidenten zugespitzt hat). In den islamfeindlichen Hetzblogs ist schon seit langem vom Tuerken-Wulff und dem Islampraesidenten die Rede.

Auch verwundert es mich nicht, dass einigen Menschen zuerst die Springer-Presse in den Sinn kommt, um ‘Tuerkei- und Islamfreundliche’ Politiker zu stuerzen.