Club 88 – Der Schandfleck

Als vor Kurzem bekannt wurde, dass die unerträgliche Website PI-News zukünftig unter Beobachtung des Verfassungsschutz stehen könnte, keimte die Hoffnung auf, dass nun auch von offizieller Seite gegen rassistische, menschenverachtende und volksverhetzende „Ansichten“, die auf PI und anderen Seiten verbreitet werden, vorgegangen wird. Doch dass derartiges Gehetze nicht nur im Internet nach wie vor viel zu wenig unterbunden wird, ist eine ebenso traurige Tatsache wie jene, dass braunes Gedankengut auch im real life mit einer teilweise schockierenden Offenheit zu finden ist.

Ein besonders trauriges Beispiel für die in keinster Weise nachvollziehbare Nachsicht der Behörden ist der im norddeutschen Neumünster ansässige „Club 88“, der seit seiner Gründung 1996 bundesweit in der rechten Szene als Treffpunkt bekannt. Vor allem zu den Geburtstagen des Clubs reisen jedes Jahr hunderte Neonazis in den Norden, um „The very last Resort“, wie der Club in der Szene genannt wird, zu feiern. Seit 2000 wird der Club in organisierter Form bekämpft, regelmäßig finden Demonstrationen gegen sein Fortbestehen statt; v.a. von der Initiative „Club 88 schließen“  organisiert. Dass sich die Betreiber und die Gäste des Clubs weder von diesen Initiativen noch von der seit 2004 langsam schwindenden Bedeutung in der bundesweiten Szene beeindrucken lassen, zeigt der Bericht des amerikanisch-jüdischen Autors Tuvia Tenenbom in der Jüdischen Allgemeinen vom 1.Dezember 2011.

Dass dieser Artikel und die seit Jahren bekannten Ansichten des Clubs bisher keine rechtlichen Konsequenzen nach sich gezogen haben, dass es seit  fast 16 Jahren überhaupt einen Club mit diesem Namen geben darf, ist unbegreiflich. Hoffnung macht der erneute Versuch, den Club schließen zu lassen: In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, an Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek und die fünf Fraktionsvorsitzenden in der Ratsversammlung fordert das „Bündnis gegen Rechts“ (BGR) erneut die Schließung des „Schandflecks“ von Neumünster.

Mehr über den Club hier.

Danke an Crepes fuer diesen Gastbeitrag.