Anti-islamische Schulung von Polizisten

Muslime integrieren sich nicht, Islamismus ist wie Krebs, der Westen wird in Kürze erobert: Der Film “Der Dritte Dschihad” strotzt vor Ressentiments – trotzdem setzte die New Yorker Polizei ihn als Unterrichtsmaterial ein. Die Macher gehören zum Umfeld der Republikaner.

Ob ein Film neutral und ausgewogen ist, entscheidet sich nicht allein an den referierten Fakten; selbst wenn diese stimmen, kann der Film in der Summe trotzdem eine ebenso deutliche wie eindeutige Position einnehmen. So verhält es sich mit dem 72-Minuten-Film “The Third Dschihad”, zu Deutsch “Der dritte Dschihad”, der vorgibt, über die Bedrohung der freien Welt durch den radikalen Islamismus aufzuklären – und tatsächlich vor allem eines fertigbringt: Jeden Unterschied zwischen gewöhnlichen Gläubigen und Terroristen zu verwischen.

Da sieht man zum Beispiel rote Halbmonde sich über eine Weltkarte verbreiten, während apokalyptische Filmmusik spielt. Die Szene ist eingerahmt von schnell geschnittenen Terror-Motiven: blutende Opfer, johlende Dschihadisten, geifernde Hassprediger. Angebliche Experten stellen dazu wie nebenbei Behauptungen auf wie: Muslime wollen sich nicht integrieren.

Der Sprecher erklärt, dass es bei allen Konflikten in der muslimischen Welt immer um die angestrebte Weltherrschaft des Islams gehe – und noch ehe man sich selbst zu Ende gefragt hat, ob das in Gaza oder im Irak-Krieg wirklich der Fall ist, da ist schon das nächste Thema dran: Ehrenmorde, Christenverfolgung, und, ach ja: Beim nächsten Stopp an der Tankstelle sollte man sich als Verbraucher doch mal fragen, warum man den Saudi-Arabern durch seinen Spritkauf das Kleingeld an die Hand gibt, um weltweit in Religionsschulen Terroristen auszubilden!

Wem das noch nicht reicht, der erfährt dann aus sonorem Professorenmund auch noch, dass der Untergang des Westens im Grunde unvermeidlich ist und unmittelbar bevorsteht. Schlimm übrigens, wie viele Gefängnisinsassen zum Islam konvertieren. Und natürlich würde al-Qaida sofort eine Atombombe in Manhattan zünden: “Wer das nicht glaubt, liegt schmerzhaft daneben.” Der Islam ist übrigens die am schnellsten wachsende Religion der Welt! […]

[…]Die Affäre um den Film hat zudem eine zweite Dimension. Denn er wurde finanziert vom Clarion Fund, einer Stiftung, die wiederum starke Verbindungen zu zwei Präsidentschaftskandidaten der Republikaner hat: zu Mitt Romney und zu Newt Gingrich. Ein ähnlicher Film von Clarion, der vor einigen Jahren entstand, wurde damals von Sheldon Adelson unterstützt, der heute einer der wichtigsten Spender für Gingrich ist. In Clarions Beirat sitzt mit Walid Phares wiederum ein bekannter Protagonist der anti-muslimischen US-Szene, der zugleich Mitt Romney in Nahost-Angelegenheiten berät.

Insbesondere der rechte Flügel der Republikaner ist seit Jahren aufs engste vernetzt mit den Netzwerken islamophober Vordenker und Theoretiker. In diesem Kreisen gilt es auch als ausgemacht, dass Präsident Barack Obama ein heimlicher Muslim ist und die US-Regierung von Muslimbrüdern unterwandert wird.[…]

Den vollstaendigen Artikel koennt ihr hier lesen.

Lesetipps: