Mit der Rute zum Gehorsam

Religioese Extremisten – egal welcher Religion – unterscheiden sich kaum voneinander:

“Es gibt einen extra von Gott gepolsterten Platz mit vier Buchstaben: P-O-P-O. Da kann man Kinder unter Umständen hinschlagen, auch mit einer Rute.” Das erklärt Wilfried Plock in einem Vortrag. Er berichtet, wie er einmal seine Kinder bestraft habe, nachdem sie Süßigkeiten aus einer fremden Wohnung gestohlen hätten: “Es war klar. Der Sohn bekommt zehn Schläge mit dem Stock auf den Po und die Tochter fünf. Und das haben wir gemacht und das hat beiden wehgetan. Das soll wehtun!” Der Vortrag war lange Zeit im Internet zu hören, wurde aber jetzt entfernt – nachdem der NDR Wilfried Plock dazu einige Fragen geschickt hatte.

“Praktische Ratschläge” für die “körperliche Züchtigung”

Plock ist ein christlicher Prediger, Leiter eines Zusammenschlusses von mehr als 200 Gemeinden in Deutschland, der “Konferenz für Gemeindegründung” (KfG). Er ist oft unterwegs, um Vorträge zu halten, unter anderem zum Thema “Ehe und Familie”. Anfang dieses Jahres war er in Niedersachsen, in Garbsen. Dort ging er zwar nicht auf die Prügelstrafe ein, empfahl aber ein Buch zur Kindererziehung von einem amerikanischen Autor: Tedd Tripp. Auch Tripp rät, Kinder “körperlich zu züchtigen”, also zu schlagen. Sein Buch “Eltern – Hirten der Herzen” ist laut dem deutschen Verleger mittlerweile vergriffen – zu kaufen sind aber noch CDs und DVDs mit Mitschnitten von Vorträgen, die er in Gemeinden in Deutschland gehalten hat.

Tripp gibt in seinen Vorträgen “praktische Ratschläge zur körperlichen Züchtigung”, gestaffelt nach Altersstufen. Er rät dazu, das Kind in einen privaten Raum zu führen, ihm zu sagen, wie viele Schläge es bekomme und dann die Hose auszuziehen. “Der Grund ist offensichtlich: Ich will nicht, dass die Wirkung der Züchtigung durch die Hose verloren geht.” Eine Mutter habe ihm mal erzählt, sie schlage ihren Zweijährigen und der lache nur. Tedd Tripp weiß, woran es gelegen hat: “Sie hat versucht, ihn durch zwei Windeln und noch eine Hose hindurch zu züchtigen. Und da hab ich zu ihr gesagt: Der hat wahrscheinlich noch nicht mal gewusst, dass du da bist.” Eltern müssten das Brett der Erziehung am Gesäß der Erkenntnis anbringen, sodass die Kinder es spüren.

Bibel als Rechtfertigung für die Prügelstrafe

Die christlichen Erziehungsratgeber berufen sich dabei auf verschiedene Bibelstellen, wie: “Wer seine Rute schont, hasst seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, züchtigt ihn beizeiten”.

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Siehe dazu auch dieses Interview mit der Oberlandeskirchenraetin der evangelischen Kirche in Hannover.

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