Der obige Auschnitt ist entnommen aus der Studie “Antisemitismus und Antizionismus in Deutschland: Neue Fakten”. Wie bei jeder anderen Umfrage und/oder Studie ist immer eine gewisse Skepsis geboten. Nichts ist immer so schwarz-weiss, wie es dargestellt wird. Es gibt sicherlich zu genuege Israelfreunde, die an einer friedlichen Loesung interessiert sind (Ich kenne einige).
Richtig ist, dass es heutzutage eine Tendenz gibt, die eigene Islamfeindlichkeit hinter dem Begriff “Israelfreunde” zu verstecken. Das ist besonders im rechtspopulistischen u. extremen Spektrum zu beobachten (siehe z.B. PI-News , DIE FREIHEIT, etc.), die ploetzlich ihre Liebe fuer Israel erkannt haben. Sie haben eingesehen, dass mit Antisemitismus in DE keine Wahlen zu gewinnen sind, und glauben, dass sie das klassische Schmuddelimage des ‘Rechtsradikalen’ ablegen koennen, indem sie ‘judenfreundlich’ wirken.
Diese Menschen sind nicht an einer friedlichen Loesung des Nahostkonflikts interessiert, und sie sehen den Kampf Israels gegen die Palaestinenser als vorderste Front im Kampf gegen den Islam.
Lesetipp:
- Habe herausgefunden, dass die Israelis Juden sind
- Geert Wilders ist ein Antisemit
- Der deutsche Nahostkonflikt – Israeleriker und Palästinologiker



“Es gibt sicherlich zu genuege Israelfreunde, die an einer friedlichen Loesung interessiert sind (Ich kenne einige).”
Ich kenne auch viele Israelfreunde, die an einer friedlichen Lösung interessiert sind; dies sind aber nicht die “Israelfreunde” der Studie, sondern Gruppe 2:
“Kenntnis des Konflikts, Anerkennung der Interessen beider Seiten als legitim.”
Das Etikett ist schlecht gewählt, gemeint sind die reinen Israel-Parteigänger. Ich kenne viele Israelfreunde, jedoch keinen, der die Interessen der Palästinenser nicht auch als legitim anerkennt (Staatlichkeit – bisher sind Palästinenser staatenlos -, Menschenrechte etc.).
Meine Deutung: Die gegenwärtige Regierung Israels bewegt sich einfach so weit außerhalb des akzeptablen Rahmens, daß reine Freunde Israels gar nicht umhinkommen, auch palästinensische Interessen anzuerkennen. Dadurch werden selbst parteiische “Palästinafreunde” sozusagen “harmloser”, weil sie implizit schon Israel als gegebenes Fakt (Grenzen 1967) anerkennen und echte radikal-extremistische Positionen zu Palästina (“Vernichtung Israels”) für die meisten utopisch wirken.
Viele “Palästinafreunde” (=Parteigänger) bekommen von Israel auch nur das Bild des Aggressors mit, so daß ihre Parteilichkeit sicher zu einem Großteil auf Uninformiertheit beruht.