Das Judentor

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Wie entlarvend die Sprache doch ist: Neun Menschen mit Migrationshintergrund werden umgebracht, und schon heißt es ‘Doenermorde’. Die Türken weden pauschal in Fernsehsendungen als Ali und Ayse bezeichnet…und heute habe ich gelernt, dass man ein parasitaer erzieltes Tor als ein ‘Judentor’ bezeichnet.

[…]Ein “Jew Goal”, ein “Judentor”, habe er geschossen, so war in englischen Fanforen zu lesen. In einem sich selbst als lustig verstehenden “Urban Dictionary” findet sich diese Definition: “Der Begriff beschreibt den Typ eines im Fußball erzielten Tores, bei dem ein Spieler in einer Zwei-gegen-eins-Situation querspielt.” Der Stürmer brauche also nur noch einzuschieben; man könne, heißt es im – kicher, kicher – satirischen Lexikon weiter, den Begriff “auch im wirklichen Leben verwenden”, denn so etwas sei ja “unter Zionisten üblich”.

Ist das nur vereinzelter Nazidreck, wie man ihn so oft in Internetforen findet? Hm, zumindest ist es derart vereinzelt, dass es schon eine Facebookgruppe “The Jew Goal” mit über 9.000 Freunden gibt. Und so vereinzelt, dass es bei YouTube eine ganze Reihe an Beispielen für solche “Judentore” gibt, die auch x-tausendfach geklickt werden. In den Foren heißt es, bei “Jew Goals” würde sich der gefeierte Torschütze die ganze Arbeit von Kollegen machen lassen. Irgendwie parasitär halt.

Schon ahnt man, warum das Tor, das angeblich nicht nach dem Ehrenkodex anständiger Toreschießer erzielt wurde, nicht Christen-, nicht Buddhisten- und nicht Muslimtor heißt. Der Begriff knüpft an das antisemitische Bild vom Juden als Parasiten an, der von anderer Leute Arbeit lebe.

“Jude” ist gleich “Schieber”

Also doch ein Begriff, der von Nazis erfunden wurde, um ihn dem Fußball, der doch an sich mit so etwas nichts zu tun hat, überzustülpen? Ein Missbrauch des Sports? Schön wärs. Bei Fans findet sich sehr oft eine Sicht auf den Fußball, die nicht allzu weit entfernt ist von der ekelhaften Rede über “Jew Goals”: Ein Profi, der den Verein wechselt, gilt oft als “Judas”. Unternehmer, die in den Fußball investieren, wie etwa Chelsea-Besitzer Roman Abramovich, werden antisemitisch angegriffen. Ein Schiri, dem Schiebung unterstellt wird, gilt als “Jude”.[…](Quelle)

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