Sittenstrenge Extremisten

Angelehnt an diesen Artikel, waere die folgende Geschichte aus der einzigen Demokratie im Nahen Osten auch nicht mal eine Nachricht wert, Herr Broder…oder ist es zu politically incorrect? Wuerden Sie von diesen Menschen auf das Judentum, bzw. alle Juden in und ausserhalb Israel’s schliessen? Ich denke nicht (Ich uebrigens auch nicht).

Geschlechtertrennung auf der Straße, Auftrittsverbot für Sängerinnen, Werbeplakate ohne Frauen: Jerusalems ultraorthodoxe Juden bestimmen mit ihrem extremen Weltbild das öffentliche Leben. Säkulare Gruppen fürchten eine Radikalisierung der Gesellschaft, auch strenggläubige Rabbis schlagen Alarm.

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Eine extremistische religiöse Minderheit beschließt, dass Männer und Frauen nicht denselben Gehsteig teilen sollen – mit der Begründung, das sei unzüchtig. In dem von der Minderheit bewohnten Stadtviertel wird daraufhin die Geschlechtertrennung eingeführt. Frauen dürfen nur noch bestimmte Straßen benutzen, wer sich nicht an die Regeln hält, wird beschimpft und bedroht.

Säkulare Gruppen protestieren, eine Angehörige des Stadtrats klagt beim Obersten Gerichtshof des Landes, das auf seine demokratische Grundordnung stolz ist. Sie wird dafür vom Bürgermeister gefeuert, der Repressalien durch die einflussreiche Minderheit fürchtet. Doch das Gericht gibt den Säkularen Recht und verbietet die Geschlechtertrennung. Als die Polizei in das ultrafromme Stadtviertel vorrückt, um die Trennung aufzuheben, wird sie von Männern mit Steinen beworfen. Andere Ultras kippen von ihren Balkons Betonblöcke auf die Ordnungshüter. Obwohl mehrere Polizisten verletzt werden, wird niemand festgenommen. Zu groß ist die Macht der Minderheit.

Diese Geschichte ist wahr. Sie hat sich jüngst in Jerusalem zugetragen, als ultraorthodoxe jüdische Gruppen zum Laubhüttenfest ihre Sittenstrenge zur Schau tragen wollten. Das Stadtviertel, in dem Frauen Nebenstraßen nehmen müssen, heißt Mea Schearim, die geschasste Stadträtin Rachel Azaria.

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Danke an Walter fuer den Hinweis.