Raus aus unserem Paradies

Ein guter, differenzierender Artikel, wo es um den legitimen Widerstand der Anwohner gegen ein geplantes Zentrum der Salafisten geht. Die Buerger wollen sich nicht von den Rechtsradikalen vereinnahmen lassen, und geraten so zwischen die Fronten: Auf der einen Seite die Salafisten von der Gruppierung “Einladung zum Paradies” und Antifaschisten, auf der anderen Seite die islamfeindlichen Hetzer der PI-nahestehenden BPE (Buergerbewegung Pax Europa), Pro NRW und NPD:

[…]Danach schließen sich immer mehr Menschen dem Protest gegen die Salafisten an, und es ist immer seltener klar, wer warum gegen was demonstriert. Klar ist, dass der kleine Stadtteil Eicken in die Hände von Extremisten zu geraten droht. Wilfried Schultz und seine Nachbarn halten bei jedem Freitagsgebet der Muslime ihre Mahnwache ab. Von den wütenden Anhängern des Predigers Vogel werden sie bespuckt und bedroht, sobald sie sich mit ihren selbst gebastelten Pappschildern blicken lassen. Eine Rentnerin, 70 Jahre alt, erinnert sich später: »Mich haben sie Nazi-Hure genannt!« Sie ist entrüstet, aber sie muss auch lächeln über diese Absurdität: Man hatte die Braunen mühevoll ferngehalten, um selber als Nazi verunglimpft zu werden!

Jedes Freitagsgebet zieht jetzt ein Ritual nach sich. Die Salafisten bauen sich gegenüber Schultz und seinen Leuten auf, rufen im Sprechchor »Nazis raus«. Sie versuchen, die Bürgerinitiative als einen Haufen von »Muslimhassern« hinzustellen – was schwierig wird, weil auch zwei türkische Moscheegemeinden den Protest der deutschen Anwohner unterstützen. Ein Sufi-Scheich, mit dem Wilfried Schultz befreundet ist, tritt sogar öffentlich gegen die Salafisten auf. Schultz selber droht auf einer Bürgerversammlung: Sobald er etwas Rassistisches aus den eigenen Reihen höre, werde er Anzeige erstatten.[…]

[…]Wilfried Schultz, der Mann, der den Islamisten als Muslimfresser galt, hat sich um den Islam verdient gemacht. Viele Muslime danken ihm, dass er es mit den Radikalen aufgenommen hat, die ihren Glauben in Verruf bringen. »Ohne die klare Trennung von den rechtsradikalen Islamhassern«, sagt er, »hätten wir nie Erfolg gehabt.« Die Salafisten lösen Ende August ihren Verein in Mönchengladbach auf, die Einladung zum Paradies gibt es nicht mehr.[…]

Bitte den vollstaendigen Artikel hier in DIE ZEIT lesen.