Jugendkriminalitaet in Berlin

Neues von Christian Pfeiffer, dem Direktor des Kriminilogischen Forschungsinstituts Niedersachsen: Die neue Studie nimmt sich der Jugendkriminalitaet in Berlin an. Neben der allgemeinen Gewalt, Vergleich von Berlin und dem Bundesdurchschnitt geht es um die sog. Migrantengewalt (Vorneweg sei gesagt, dass der verwendete Fragebogen in die Kritik geraten ist). Die Berlinger Morgenpost schreibt:

[...]Ein weiteres Ergebnis: Einige Migrantengruppen sind nach eigenen Angaben häufiger gewalttätig als Deutsche. So geben beispielsweise Neuntklässler aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion zu 17 Prozent an, im zurückliegenden Jahr ein Gewaltdelikt begangen zu haben, bei den türkischen Jugendlichen waren es 14 Prozent der Neunklässler.

Im Vergleich zur Bundesbefragung zeigt sich allerdings für alle Berliner Migranten eine geringere Gewaltbereitschaft. Pfeiffer führt das auf die bessere Integration in der Schule zurück. Wichtiger als die ethnische Herkunft seien aber Faktoren wie Armut, Bildung und das eigene Erleben von häuslicher Gewalt. “Bildung bekämpft männliche Machokultur”, so der Kriminologe. Außerdem ist die Quote der Jungen, die angeben, selbst Täter gewesen zu sein, fast drei Mal so hoch wie bei den Mädchen. Häufiger Konsum von Alkohol, Drogen oder von brutalen Filmen tragen dazu bei.[...]

Die FAZ ergaenzt:

[...]Einen ausführlichen Exkurs widmeten die Hannoveraner Wissenschaftler dem „Stand der Integration von Migrantenjugendlichen“. Fast dreimal so hoch wie im deutschen Durchschnitt ist in Berlin der Anteil türkischstämmiger Schüler, doppelt so hoch ist der Anteil von Schülern libanesischer Herkunft. 17,5 Prozent der türkischstämmigen Schüler in Deutschland streben das Abitur an; in Berlin sind es 42,7 Prozent. Pfeiffer sieht das als Beleg für eine „hohe strukturelle Integration der Migranten“.

Er fand jedoch auch negative Befunde, etwa die höhere Gewaltbereitschaft unter sich als religiös begreifenden muslimischen Jugendlichen. Sie sei auf die daheim herrschenden Männlichkeitsnormen zurückzuführen. Je mehr Diskriminierung sie erlebten, desto mehr neigten Migrantenjugendliche zu Gewalt, fand Pfeiffer: „Jugendliche mit muslimischem Hintergrund weisen überdurchschnittlich häufig Diskriminierungserfahrungen auf.“

Hier hatte ich die ‘religioes motivierte’ Gewaltbereitschaft in der Vergangenheit schon einmal kritisch hinterfragt.

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