Islamist…oder Muslim?

Eine Islamwissenschaftlerin hat mir mal erzaehlt, dass sie an ihrem ersten Arbeitstag den Mitarbeitern als die neue ‘Islamistin’ vorgestellt wurde. Dass der Otto-Normal-Verbraucher die Begriffe nicht auseinanderhalten kann, zeigt auch der folgende Artikel:

Kurz nach dem 11. September sagte eine Bekannte zu mir – sie sprach über einen türkischen Mitbürger: „Er ist Islamist.“ Es klang unbedarft, sie war sich keines Fehlers bewusst. Der Satz zeigte jedoch, was 9/11 verändert hatte: Dieser Tag ließ den Großteil der Bevölkerung der westlichen Welt, und so auch Deutschlands, mit gefährlichem Halbwissen zurück. Der Türke war kein Islamist. Er war Muslim.[…]

[…]Viel zu oft wurde Islam nach der Zäsur 9/11 mit Islamismus gleichgesetzt. Folglich wäre ein Anhänger des Islam auch einer des Islamismus, demnach ein Muslim zugleich ein Islamist – eine fatale Schlussfolgerung. Es zeigt sich hier, wie verkehrt der Zusammenprall von Islam und Westen nach 9/11 gelaufen ist.[…] (Quelle)

Ich appelliere schon seit laengerer Zeit dafuer, Begriffe wie “Islamisten, islamistisch..” etc. nicht zu verwenden, da meiner Meinung nach bewusst eine Naehe zu der Religion hergestellt wird. Die ‘normal-glaeubigen’ Menschen, die ihre Religion praktizieren, und sich nichts zu Schulden haben kommen lassen, werden ungerechterweise durch diese Wortspielereien auch in die Naehe der Extremisten gerueckt, und ihre Religion wird durch die Assozierung negativ behaftett.

Die Radikalen der anderen Religionen, die ihren Glauben fuer ihre eigenen politischen Ziele missbrauchen, werden auch nicht durch Begriffe wie “Christisten” oder “Judistisch” definiert. Daher stellt sich mir die Frage, warum das nur bei den Extemen/Terroristen/Radikalen der islamischen Religion der Fall ist.

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