Die ‘islamische’ Paralleljustiz gefaehrdet angeblich unseren Staat

Und noch ein Buch, was die Welt anscheinend braucht. Und noch ein Autor, der in der ‘islamkritischen’ Welle mitschwimmen moechte, bevor der ‘Spuk’ vorbei ist, und man damit kein Geld mehr verdienen kann. Und wo macht man am besten Werbung fuer solch ein Buch? In DIE WELT, die sich von dem anderen Schmierblatt des Axel-Springer-Verlages nur dadurch unterscheidet, dass die Saetze ein bissl laenger sind:

[…]Umso erfreulicher, dass der Fernsehjournalist Joachim Wagner, einst ARD-Korrespondent in London und „Panorama“-Moderator, nun ein Buch vorlegt, das im besten Sinne gesellschaftskritisch ist und die Debatte vom Kopf auf die Füße stellt. Es bringt Licht in einen Teil unserer Wirklichkeit, der im feuilletonistischen Rechthaber-Diskurs gar nicht vorkommt: „Richter ohne Gesetz. Islamische Paralleljustiz gefährdet unseren Rechtsstaat“.

In sachlichem Ton, ohne Polemik, gleichwohl eindringlich und pointiert schildert Wagner die Ausbreitung einer islamisch geprägten Schattenjustiz, in deren Zentrum sogenannte Friedensrichter stehen, „Schlichter“ von eigenen Gnaden, ohne Ausbildung und ohne legale Legitimation. Ihr Spezialrevier: Islamisch geprägte Migrantenviertel in Berlin, Bremen, Essen und andere Ballungsräume türkisch-arabischer Einwanderung.[…]

In dem Artikel ist u.a. von ‘Friedensrichtern’ der PKK etc. die Rede, jedoch heisst das Buch von Joachim Wagner Richter ohne Gesetz. Islamische Paralleljustiz gefährdet unseren Rechtsstaat”. Der Autor bleibt uns die Belege schuldig, was genau an den Praktiken, die in seinem Buch aufgefuehrt sind, islamisch, was Tradition, und was kriminelle Mafiastrukturen sind.

Ein klein bissl Kritik liest man doch noch zum Schluss:

[…]Genau hier liegt – neben einigen Redundanzen – auch die einzige Schwäche des Buches: Es liefert keine verlässliche Zahl, die die statistische Größenordnung der islamischen Paralleljustiz in Deutschland auch nur grob umreißen würde.[…]

Kann man aus einigen Beispielen, und ohne dass man verlaessliche Zahlen hat, schliessen, dass die sog. ‘islamische’ Paralleljustiz unseren Rechtsstaat gefaehrdet? Ist unser Staat wirklich so schwach, dass sie mit Faellen, die sich evtl. im unteren Prozent- bis Promillebereich abspielen, nicht fertig wird? Oder ist es eher ein populistischer Aufmacher, um das Buch besser zu vermarkten?

Um nicht missverstanden zu werden: Es gibt sicher solche Praktiken in Deutschland und diese sind mit allen rechtstaatlichen Mitteln zu bekaempfen. Alle Traditionen, Gesetze, Rituale die im Widerspruch zum Deutschen Recht stehen, sind null und nichtig. Ich kritisiere jedoch, dass saemtliche Missetaten von Menschen, die aus den sog. ‘islamischen’ Regionen dieser Welt kommen, mit der Religion in Verbindung gebracht werden. Der Unwissende bekommt den Eindruck, als seien saemtliche dubiose Praktiken durch die Religion legitimiert: Drogenhandel, Erpressung, Schlichtungsversuche von Laien etc etc. Weiterhin wird nicht erwaehnt, dass solche Praktiken in den anderen Gemeinden ebenfalls existieren. Somit ensteht der Eindruck, dass es wieder einmal nur der Islam ist, wo so etwas gang und gaebe ist.

Und, schau an:

[…]Schon das Lokal eines schlichten türkischen Kulturvereins kann zum Gerichtshof werden[…]

liest man in dem Artikel. Gibt es keine juedischen Schlichter, die sich z.B. bei den Juden aus Russland im Wohnzimmer eines Beteiligten, oder in einem Cafe einschalten, bevor man gegeneinander zu Gerichte zieht? Versuchen koptische Familien nicht die Probleme unter sich in ihrem Kulturverein zu klaeren, damit es nicht oeffentlich wird, und man das Gesicht verliert? Gibt es keine mafioesen Strukturen bei italienischen Familien, wo allmonatlich in der Pizzeria um die Ecke die Geschaefte besprochen werden? Die gibt es, und sicherlich sind solche Faelle sehr gering. Aber mit so einem Thema lassen sich in der heutigen Zeit keine Buecher verkaufen. Ein Grund, warum die Faelle aus den ‘nichtmuslimischen Parallelgesellschaften’ eher nicht an die Oeffentlichkeit geraten, ist sicherlich auch die geringe Anzahl der Menschen aus diesen Gemeinschaften, im Vergleich zu den Muslimen in Deutschland.

Ich habe das Gefuehl, dass dieses Buch zu der Scheindebatte der sog. ‘Islamisierung Deutschlands’ beitragen soll. Einige aus der Mehrheitsgesellschaft werden zu den bereits bestehenden Angst- und Bedrohungsgefuehlen aus der ‘Parallelgesellschaft’ sich nun bestaetigt sehen, dass die Muslime nicht grunggesetztreu sind/sein koennen, und dass solche Stammesgerichte von einer erheblichen Anzahl der muslimischen Migranten konsultiert und bevorzugt werden. Ein Bekenntnis zum Grundgesetz der Muslime ist unglaubwuerdig, denn sie praktizeren ja bekanntlich die Taqiyya. Und die linken Gutmenschen und Sozialromantiker in der Politik und Justiz tun nichts dagegen. Im Gegenteil, sie unterstuetzen bewusst oder unbewusst das sagenumwobene Eurabien.

Wer das Buch gelesen hat, der/die moege bitte im Kommentarbereich eine Rezension hinterlassen.