Reformen in der Tuerkei – Schritt in die richtige Richtung

Der tuerkische Staat will die Immobilien der juedischen und christlichen Minderheiten, die in den Jahrzehnten zuvor enteignet wurden, zurueckgeben, oder falls an Dritte veraeussert, nach dem heutigen Marktpreis entschaedigen.

Dies wurde mit sehr viel Freude von den religioesen Fuehrern der Minderheiten in der Tuerkei aufgenommen. Boris Kalnoky von DIE WELT, der wohl schlechteste Tuerkei-Korrespondent in der deutschen Medienlandschaft, ist so auf sein Negativ-Image der Tuerkei festgelegt, dass er immer die Fliege in der Suppe – auch wenn keine vorhanden – findet. Wahrscheinlich glaubt er, dass nach 80 Jahren Militaerdiktatur alle Reformen innerhalb von einigen Jahren zur Zufriedenheit aller durchgezogen werden koennen.

Mit dieser Reform kommt die Tuerkei der EU-Mitgliedschaft wieder einen Schritt naeher. Dass das keine erfreulichen Nachrichten fuer die Springer-Presse ist, ist nicht verwunderlich. Beachtenswert ist auch, dass immer wieder andere Masstaebe an die Tuerkei gesetzt werden, als an die anderen Beitrittskandidaten. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass vor dem EU-Beitritt von z.B. Polen und der Tschechei von diesen Laendern gefordert wurde, an die deutschen Vertriebenen Entschaedigungen zu zahlen, oder deren Eigentum zurueckzugeben. Nun gut, diese Laender sind ja nicht ‘islamisch’ gepraegt und gehoeren zum ‘juedisch-christlichen’ Einzugsgebiet. Da ist man anscheinend nachsichtiger.