Die Widerstandsarmee des Herrn

Heute morgen habe ich im Radio bei der Deutschen Welle die folgende Reportage ueber die baldige Unabhaengigkit des Sued-Sudans gehoert:

Am 9. Juli soll der Süden des Sudan unabhängig werden vom Nordteil des Landes. In vielen Dörfern leben die Menschen jedoch in ständiger Angst vor Angriffen von Militär und Milizen. Eine Gefahr für die Unabhängigkeit?

[…]Weiter südlich, in Grenzregionen, wo die Lord’s Resistance Army (LRA) aktiv ist, bleibt die Sicherheit ebenfalls zerbrechlich.

Die LRA ist eine Truppe norduganischer Milizen, geführt von Joseph Kony. Sie treibt sich entlang der Grenzen von Uganda, dem Süden des Sudan, der Zentralafrikanischen Republik und der Demokratischen Republik Kongo (DRC) herum. Seit mehr als 20 Jahren terrorisiert die LRA die dortigen Gemeinden: Sie plündert, tötet, vergewaltigt, entführt Frauen und zwingt Kinder dazu, Soldaten zu werden.

Kony und mehrere LRA-Führer werden vom Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag per Haftbefehl gesucht. Human Rights Watch zufolgte hat die LRA seit 2008 mehr als 2.400 Zivilisten getötet, mehr als 3.400 Menschen – darunter viele Kinder – entführt und mehr als 400.000 Bewohner aus ihren Häusern vertrieben.[…]

Der 13-jährige “Charles” (Name geändert) lebt mit seiner Familie in einem Dorf nahe der sudsudanesisch-kongolesischen Grenze. Aus einem seichten Erdloch zieht er einen Eimer voll braunem Brackwasser: Waschwasser für seine Familie.

Im Januar vergangenen Jahres entführte die LRA Charles und fünf andere Jungs. “Sie fesselten mich mit einem Strick und schlugen mich”, erzählt Charles. “Als ich versucht habe, zu fliehen, schnitten sie mir den Rücken mit einer Machete ein.”

Seine Entführer hätten sich schnell voran bewegt, sagt Charles. Die Frauen seien beim Marsch durch den Urwald nach und nach freigekommen. Schließlich sei es ihm gelungen, zu fliehen – ebenso wie einem anderen Jungen, der zu dem Zeitpunkt schon drei Jahre von der LRA festgehalten wurde.[…]

[…]Im Januar vergangenen Jahres entführte die LRA Charles und fünf andere Jungs. “Sie fesselten mich mit einem Strick und schlugen mich”, erzählt Charles. “Als ich versucht habe, zu fliehen, schnitten sie mir den Rücken mit einer Machete ein.”

Seine Entführer hätten sich schnell voran bewegt, sagt Charles. Die Frauen seien beim Marsch durch den Urwald nach und nach freigekommen. Schließlich sei es ihm gelungen, zu fliehen – ebenso wie einem anderen Jungen, der zu dem Zeitpunkt schon drei Jahre von der LRA festgehalten wurde.[…]

[…]Die andauernde Bedrohung durch die LRA in diesem Teil des südlichen Sudan vertreibt tausende Menschen. Dorfbewohner aus Sangua in der Nähe von Nzara sagen, dass sie auf keinen Fall zurückkehren können. Die LRA habe auch ihr Dorf schrecklich attackiert. Jetzt würden sie abhängen von der Hilfe internationaler Hilfsorganisationen in Übergangslagern.

Eine Frau erzählt, wie die LRA eines Morgens das Dorf angegriff. Sie konnte gerade noch ihr jüngstes Kind in Sicherheit bringen, musste aber ein anderes zurücklassen. Obwohl sie nicht dabei war, geht sie davon aus, dass das Kind – ebenso wie andere Babies im Dorf – zu Tode geschlagen wurde in einem großen, hölzernen Mörser. Dort wo sonst das Getreide gemahlen wird.[…]

Mit keinem Wort wird erwaehnt, was die Lord Resistance Army wirklich ist, naemlich:

[…]eine paramilitärische Gruppe unter der Führung von Joseph Kony, die im Norden Ugandas gegen die Regierung Musevenis und für die Errichtung eines Gottesstaates kämpft, der auf den christlichen Zehn Geboten basieren soll.[…]

Warum laesst man diese Tatsache aus, was eine Selbstverstaendlichkeit ist, wenn man ueber ‘islamische’ Terrorgruppen berichtet?

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