Christliche Fundamentalisten duerfen mitregieren

Der Niederlaendische Premier Mark Rutte findet christliche Fundamentalisten weniger schlimm als Muslimfundamentalisten, und bindet die ultraorthodoxen Christaleban der Partei SGP in die Regierungsarbeit ein, um die erforderliche Mehrheit im Parlament zu erreichen. Die Koalition mit Geert Wilders Partei PVV hatte nicht fuer die benoetigten 38 Sitze gereicht.

Die ultraorthodoxe SGP ist eine religiöse Nischenpartei in der niederländischen Politiklandschaft. Sie hat gerade einmal 27.000 Mitglieder und wettert gegen Emanzipation der Frauen und die Rechte von Homosexuellen, Letztere dürfen nicht beitreten, Erstere keine politischen Ämter übernehmen. Die Partei strebt einen Gottesstaat an, befürwortet die Todesstrafe und lehnt Abtreibung, Sterbehilfe und pränatale Diagnostik ab.

Mit dieser Gruppierung hat die Haager Minderheitsregierung nun ihr Schicksal verbunden. Der liberale Premier Mark Rutte (44) findet es nicht problematisch, seine rechtsliberale VVD und den konservativen Koalitionspartner CDA nicht nur vom Rechtspopulisten Geert Wilders – der wegen Diskriminierung von Muslimen und Volksverhetzung in Amsterdam vor Gericht steht – tolerieren zu lassen, sondern nun auch noch von den bibeltreuen Calvinisten der SGP.[…]

[…]Die SGP wird in Holland als eine zuweilen skurrile Partei angesehen. Sie profitiert davon, dass es keine Prozenthürde oder Sperrklausel wie in Deutschland gibt. Versicherungen nehmen SGP-Mitglieder aus prinzipiellen Gründen nicht auf, so fahren sie Auto ohne Kfz-Versicherung. Impfungen sind bei den Bibeltreuen verpönt, da „gesunde Menschen keinen Arzt brauchen“.[…] (Quelle)