Wenig Chancen fuer junge Migranten

Jugendliche mit ‘Migrationshintergrund’ haben immer noch Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz zu finden.

[…]Angesichts des drohenden Fachkräftemangels haben sich die Partner des Ausbildungspaktes 2010 vorgenommen, Migranten speziell zu fördern. Sie sollen auch von den angelaufenen Programmen zur Begleitung beim Übergang von der Schule zum Beruf profitieren. Am Interesse der Ausländer mangelt es laut Bericht nicht, wie verschiedene Stichproben zeigten. „Ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind jedoch wesentlich geringer“, schreibt die Regierung.

Das liegt nur zum Teil an niedrigeren Abschlüssen: Noch immer verlassen 14 Prozent der ausländischen Jugendlichen die Schule ohne Abschluss – doppelt so viele wie bei den Deutschen. Auch der Anteil derer, die nur einen Hauptschulabschluss mitbringen, liegt mit 40 Prozent doppelt so hoch. Es gibt jedoch darüber hinaus durchaus Diskriminierung. Bei gleichem Abschluss und gleicher Mathematik-Note ist die Chance, eine Lehrstelle zu finden, für Nicht-Migranten etwa 20 Prozent höher als für Migranten, heißt es im jüngsten Integrationsbericht der Bundesregierung. Jeder fünfte Migrant glaubt, dass er bei der Bewerbung um eine Lehrstelle benachteiligt wird. Unter Türken und Arabern ist es sogar jeder vierte.

Die Situation war schon einmal deutlich besser: In den 90er Jahren war die Beteiligung der Ausländer an der Ausbildung noch wesentlich höher. Sie gerieten jedoch ins Hintertreffen, als 2003/ 2004 die Lehrstellenkrise ausbrach und die Unternehmen angesichts der großen Auswahl an Lehrlingen offensichtlich deutsche Bewerber bevorzugten. Ein exakter Vergleich ist aber nicht möglich, weil die Statistik umgestellt wurde.[…] (Quelle)

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