PI-News: Der Feind steht fest

Ein sehr gelungener Artikel ueber die sog. ‘islamkritische’ Webseite PI-News, und die rechtspopulistische Buergerbewegung Pax Europa (BPE), die eher ein Sammelbecken fuer islam- und migrantenfeindliche Hetze sind.

Hier sind einige Ausschnitte:

[…]Man wies darauf hin, dass PI “eine starke Nähe zum Rechtsextremismus aufweist”.Oberbürgermeister Christian Ude wirft den PI-Aktivisten “Hasstiraden gegen den Islam als Weltreligion” vor, fernab jeglichen tolerablen Diskussionsniveaus. Das Rathaus will Wirte auch weiter aufklären, Udes Kurs lautet: “Keine Toleranz der Intoleranz.”

Die PI-Aktivisten halten dagegen: “Es ist ein Skandal”, ruft Stürzenberger, und die Besucher applaudieren. Waren es vergangenes Jahr noch 150 bis 200 Besucher bei den drei Veranstaltungen, sind es an diesem Abend nur 50, die Organisatoren haben vorsichtshalber auf Flugblätter verzichtet. Gekommen ist bürgerliches Publikum mittleren Alters, es sind Krawatten- und Janker-Träger da und Damen im Pelz. Man kennt sich, man hat einen gemeinsamen Gegner.[…]

[…]Wer die Veranstalter einordnen will, kann ihre Internetseiten lesen. Die “Bürgerbewegung Pax Europa” (BPE), ein bundesweit agierender Verein, und der Polit-Blog “Politically Incorrect” (PI), hinter dem informell organisierte Aktivisten stehen, sind formal getrennt. Es gibt aber starke personelle Verflechtungen. Gleich auf der PI-Startseite fand sich bis Dienstag eine Karikatur, auf der eine Europäerin mit blonden Zöpfen, ausgerüstet mit Helm, Schild und Lanze, einen Muslim mit einem Fußtritt aus Europa hinauswirft. Der Muslim ist gezeichnet als Schwein – eine der schlimmsten Beleidigungen für gläubige Muslime. Die Zeichnung wurde aufgrund der SZ-Recherchen von der Seite genommen.

Unzählige Artikel diverser Autoren sind auf den PI-Seiten gespeichert. Für das “propagandistische Herzstück” von PI halten Experten aber die Kommentare, verfasst von anonymen Schreibern. Da werden Muslime in traditionellen Gewändern als “Sackratten” oder “Kopftucheule” beschimpft. Da wird der Islam als “faschistische Ideologie” bezeichnet oder als “Pisslam” beleidigt.

Nach dem Mord an einer schwangeren Muslima schrieb ein User namens “PigMohamed”: “Mir tut es überhaupt nicht leid um diese verschleierte Kopftuchschlampe. Und noch dazu ein Moslem im Bauch weniger!” Der schäumende Eifer der User richtet sich auch gegen jene, die den Islam nicht per se für gefährlich halten: Zu einem “Bericht” über eine Podiumsdiskussion mit Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger in Geretsried findet sich diese Anmerkung: “Diese Furie von Knarrenberger gehört auch aus dem Land exorziert.”[…]

Ein Autor schreibt unter dem Pseudonym “Byzanz”: “Der Islam ist eine von seinen Anhängern Gewalt einfordernde und intolerante Ideologie, die einen absoluten Herrschaftsanspruch besitzt.” Davor müsse sich “unser Land” mit seiner demokratischen Gesellschaft schützen: “Wir werden uns all dies nicht von eingewanderten mittelalterlich orientierten Menschen zerstören lassen.”

Hinter “Byzanz” verbirgt sich Michael Stürzenberger, 46. Der Sprecher der Münchner “Islamkritiker” ist freier Fernsehjournalist von Beruf. Er schätzt den harten Kern seiner Münchner PI-Gruppe auf 20 Personen, dazu kämen weitere 30 offene Sympathisanten. “Verfolgt und denunziert” fühle er sich, sagt er und vergleicht seine Situation mit der in der DDR, wo man versucht habe, Kritiker mundtot zu machen.

Im Vier-Augen-Gespräch betont er einerseits, dass er sich von Rechtsextremisten und jeder Gewalt distanziere, dass es ihm nur um die politischen Auswüchse des Islam gehe. Hört man ihm länger zu oder verfolgt seine Auftritte in Fußgängerzonen, bleibt von dieser Differenzierung nur wenig übrig: “Lest den Koran”, rief er bei einer Kundgebung, “dann findet ihr die Begründung für alle Probleme, die wir auf der Welt haben.” Sein Ziel sei die komplette “Modernisierung” des Islam.[…]

[…] Der bayerische Verfassungsschutz hält PI und BPE nicht für extremistisch. Sie seien “keine Beobachtungsobjekte”, “Detailkenntnisse liegen deshalb nicht vor”, so das Innenministerium. Immerhin, man habe ihre Aktivitäten “im Auge”, sprich: Man lese ihre Verlautbarungen. Oberbürgermeister Christian Ude kommentiert das Mitlesen der Verfassungsschützer so: “Wenn es ihnen dabei nicht kalt über den Rücken läuft, verstehe ich sie nicht ganz.” (Quelle)

Lesetipps: Michael Stuerzenberger aka Byzanz, Wie PI-News Morddrohungen generiert, Ihr Applaus Herr Sarrazin, PI: Kein Beobachtungsobjekt des Verfassungsschutzes