Islamkonferenz = Sicherheitskonferenz?

Der neue Bundesinnenminister Friedrich, der gleich bei seinem Amtsantritt ueber den Islam mit seinen Aussagen bei den Muslimen fuer Unruhe gesorgt hatte, hat seine eigenen Ideen zu der Islamkonferenz:

Mit großen Ambitionen lädt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich heute zur Islamkonferenz. Der CSU-Politiker will von den Muslimen eine Art Sicherheitspartnerschaft einfordern.

Friedrich will von den Muslimen Hilfe, fanatische Einzeltäter frühzeitig zu erkennen und Anschläge zu verhindern. Angehörige, Glaubensbrüder und Vereinskameraden müssten sensibilisiert werden, hatte Friedrich erklärt. Erst Anfang März hatte ein Islamist am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten erschossen. Nach Informationen der «Welt» will Friedrich zur Teilnahme an einem Präventionsgipfel gegen islamistischen Extremismus im Mai aufrufen. Dazu sollen auch islamische Organisationen und Imame kommen.[…] (Quelle)

Im Grunde genommen sollte die Islamkonferenz die Integration der in DE lebenden Muslime vorantreiben, ihre Stellung in der Gesellschaft staerken, und eine eventuelle Anerkennung als Religionsgemeinschaft zur Folge haben. Nur, wie macht man die Integration der muslimischen Minderheit schmackhaft, wenn man ihnen gleich nach dem Amtsantritt erklaert, dass ihre Religion nicht zu dem Land gehoert, wo sie leben, und dessen Staatsbuerger sie sind? Diese Mogelpackung des Bundesinnenministers ist nicht glaubhaft, und ist zum Scheitern verurteilt. Deswegen wird die Islamkonferenz nun zu einer Art Sicherheitskonferenz umgestaltet.

Die Muslime sollen dabei helfen, dass keine Anschlaege von ‘Islamisten’ erfolgen. Das hoert sich ja so an, als ob die ueberwaeltigende Mehrheit der Muslime den Anschlaegen eher gleichgueltig gegenueberstehen, und es nicht bereits taeten. Das glaub ich nicht, denn die Muslime in Deutschland sind doch diejenigen, die bei einem Anschlag am meisten darunter leiden wuerden. Daher haben sie ein grosses Eigeninteresse daran, dass gewaltbereite Extremisten aus ihren Reihen ausgeschlossen werden. Wenn aber trotz aller Bemuehungen seitens der Muslime doch ein Anschlag veruebt wird, dann werden sie als ein ‘Einheitsbrei’, eine homogene Masse dargestellt, und sie unter Generalverdacht gestellt. Eine Differenzierung – wie man es zum Beispiel bei einem Bomber einer Abtreibungsklinik (Christen), oder einem Angriff eines (deutschen) Skinheads auf einen Auslaender – machen wuerde, erfolgt kaum.

Es ist utopisch zu glauben, dass Anschlaege von fanatischen Einzeltaetern verhindert werden koennen. Man sollte auch aufhoeren, jedem Menschen, der ein Muslim ist, und etwas kriminelles anstellt, seine Motive nur mit seinem Glauben in Verbindung zu bringen, einen Menschen nur durch seine Religion zu identifizieren, und/oder gleich in die ‘Islamisten’ Ecke zu stellen. Ich will damit nicht sagen, dass  es solche fanatischen Taeter nicht gibt. Im Gegenteil. Aber nicht jeder, der sich ein Muslim nennt, ist ein praktizierender Muslim und oft ist der Glaube nur vorgeschoben. Das ist nicht anders als in einer anderen Glaubensgemeinschaft. Es koennen viele Motive ausschlaggebend sein, warum man solche Anschlaege veruebt.

Wenn der Herr Innenminister konsequent waere, dann muesste er auch die Deutsche Bischofskonferenz um Hilfe bitten, Paedophile in der katholischen Gemeinde fruehzeitig zu erkennen. Angehoerige, Glaubensbrueder und Vereinskameraden sollten sensibilisiert werden, und jeder sollte jeden beobachten. Absurd.

Man sieht ganz klar, dass die Aktionen des neuen Bundesinnenministers die CSU-Handschrift traegt. Es geht in erster Linie nicht darum, die Muslime zu integrieren, sondern um sie zu erziehen und ihnen zu erklaren, welche ‘Leitkultur’ in Deutschland herrscht. Sie haben sich unterzuordnen. Auch wird wieder einmal ein Signal gesendet, dass die Muslime in Deutschland ein Sicherheitsrisiko sind. Der Eindruck wird erweckt, als ob sie vor ca. 50 Jahren als sog. ‘Schlaefer’ mit einem geheimen Masterplan als Gastarbeiter nach DE gekommen sind, um die ‘Unglaeubigen’ ins Jenseits zu befoerdern.

Die gegnseitige Skepsis in der Bevoelkerung steigt. Von einer Integration und einem friedlichen Zusammenleben ist so gut wie keine Rede mehr. Schade eigentlich, dass man die Chancen nicht nutzt, die so eine Konferenz mit sich bringt. Ich haette nicht gedacht, dass ich mir Wolfgang Schaeuble und Thomas de Maiziere jemals zurueckwuenschen wuerde.

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