Der Rechtspopulist ist ein Moderniesierungsverlierer

Die arabische Welt kann sich vielleicht verändern. Das Feindbild Islam bleibt den Rechtspopulisten trotzdem erhalten.

Ein interessantes Gedankenexperiment, das Benjamin Dürr da vor ein paar Tagen angestellt hat. Könnte es sein, dass der Rechtspopulismus in die Krise gerät, weil ihm durch die Umstürze im arabischen Raum sein zentrales Feindbild abhandenkommt – der dumpfe und politisch motivierte Islam potenzieller Selbstmordattentäter? Weil sich plötzlich zeigt, dass im arabischen Raum ganz normale Menschen leben, die den Westen nicht hassen, sondern gerne ein bisschen mehr Westen im eigenen Land hätten?

Mir gefällt dieser Gedanke. Ich kann ihn nur nicht nachvollziehen. Zumindest nicht aus österreichischer Perspektive, für die ich hier mehr und mehr zuständig werde. Was das Abarbeiten an Rechtspopulisten betrifft, haben wir ja schon viele Jahre Tradition. Und über die Jahre haben sich ein paar Wesenszüge herauskristallisiert, die als typisch für jenen Protestwähler gelten, der sich zu Rechtspopulisten hingezogen fühlt.

Er ist ein Modernisierungsverlierer. Er hat Angst vor Zuwanderern und fürchtet sie am meisten, wenn sie sich deutlich zu erkennen geben – also wenn sie Kopftuch oder langen Bart tragen. Er will nicht mehr mit der Vergangenheit belästigt werden. Er hält die Europäische Union für eine Zumutung, die ihn bloß Geld kostet. Und er ist der Meinung, dass die da oben es sich so bequem eingerichtet haben, dass die da unten (also er) die Einzigen bleiben, die Schicksalsschläge à la Wirtschaftskrise auszulöffeln haben. […]

…bitte weiterlesen im derStandard.at