Broder in Tutzing

Vor einigen Tagen fand in Tutzing eine Veranstaltung der evangelischen Akademie statt. Unter den Teilnehmern befanden sich u.a. Thilo Sarrazin, Johano Strasser und Henryk M. Broder.

[…]Nicht immer dringt Strasser durch, Sarrazin spiele „mit den Abstiegsängsten der Mittelschicht“, sagt er und trifft einen empfindlichen Nerv beim Publikum. Das protestiert laut bei ihm und etwas leiser bei Benjamin Idriz, dem Penzberger Imam, der den Islam als tolerante Glaubensgemeinschaft sieht, die immer zu Europa und zu Deutschland gehört habe. Idriz beschwört die ehrlichen Absichten der Muslime. „Wenn wir uns zu Deutschland bekennen“, sagt er, „heißt es, wir verschleiern unsere Absichten. Wenn wir uns nicht bekennen, heißt es, wir schotten uns ab. Islamfeindlichkeit ist Realität in Deutschland.“

Für Hendryk M. Broder sind die Dinge komplizierter. Die Mehrheit der Muslime sei zwar friedlich und vernünftig, sagt er. „Aber die Mehrheit ist irrelevant.“ Eine Minderheit verachte die deutsche Gesellschaft, sagt Broder und verweist auf Terror, auf Gewalt gegen Frauen, auf die hohe Zahl an Sozialhilfeempfängern unter den Muslimen. Eine „kleine, sehr radikale, artikulierte Gruppe“ lebe diese Form des Islam. „Und die Mehrheit distanziert sich nicht von dieser Minderheit.“[…] (Quelle)

Das ist albern. Die Mehrheit will nichts mit mit diesen radikalen Elementen zu tun haben und bekennt sich eindeutig zum Grundgesetz und dem Rechtsstaat, weil es gerade diese Mehrheit ist, die am meisten unter den Extremisten leidet.

Wen glauben Sie trifft die Integrationsdebatte, die Islamfeindlichkeit am meisten? Nicht Sie, lieber Herr Broder, denn Sie sind ja einer der Profiteure. Als sog. ‘Islamkritiker’ verdienen Sie gut daran, und es ist in Ihrem eigenen Interesse, dass diese (Schein)Debatte kuenstlich am Leben gehalten wird. Es trifft die Mehrheit der Muslime, die jeden Tag unauffaellig ihrer geregelten Arbeit nachgehen, wie jeder ‘Normalbuerger’ in Deutschland auch.

Bitte machen Sie nicht die Mehrheit der anstaendigen Menschen muslimischen Glaubens in diesem Land fuer Ihren Tunnelblick und Ihre selektive Wahrnehmung verantwortlich.

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