Revolte der PorNo-Gang

Ich lasse nichts aus, mach’ hier keinen Punkt, schon gar nicht mehrere: Von einem Arschloch, Doppelarschloch, Superarschloch! war die Rede. Das wird man wohl schreiben dürfen. Wo es schon gesagt wurde. Laut war’s.

Rauschen im Blätterwald, Gejohle, manche schüttelten den Kopf. Ich aber fragte mich: Wie konnte er wissen, dass er es mit einem Doppel-Super-Dings zu tun hat? Was ist das Geheimnis dieses Mannes, dem sich die Dinge so unmittelbar enthüllen? Ich begann zu recherchieren, fand eine Spur, folgte ihr. Jetzt ist die Spürnase geschwollen; es sei.

Lange vor der “Kritik der reinen Toleranz” hatte sich der Mann nah der WaterKant mit dem Ding an sich beschäftigt. So ausgiebig, dass er ein Buch darüber verfasste: “Wer hat Angst vor Pornographie?”. Hui, 1970. Bewegte Zeiten.

Jahre später bewegte sich bei Henryk M. Broder ein anderes Ding, nämlich sein Rechtsanwalt. Der sollte ein für alle Mal klarmachen, Broder sei kein “Pornoverfasser”. Justitia prüfte und dankte Gott für die Binde vor den Augen.

Denn in seinem Vorwort schreibt er “über die gesellschaftlich befreiende Wirkung der Pornografie und tut kund, dass er Pornografie für emanzipatorisch halte”. Und da sich an verschiedenen Stellen des Buches Fotos von kopulierenden Paaren finden, sah sich Justitia zu einem Schulterzucken veranlasst. Die Richter waren überrascht, dass er sich durch die Bezeichnung herabgesetzt fühlte. Sollte dem Meister des geschliffenen Herrenwitzes sein eigener Inhalt abhanden gekommen sein? Was war dem Mann widerfahren?

Nun zog ich eine Expertin, die Sexualforscherin Meredith Chivers, zu Rate, die Männern Pornofilme zeigt und deren sexuelle Erregung misst. Die Methode ist einfach: Mittels einer Manschette wird die Blutzufuhr im Penis gemessen. Männer sind es auch: Sie reagieren direkt auf die Szenen. “Eine nackte Frau beim Turnen, Sex zwischen Frauen oder zwischen Frau und Mann erregt heterosexuelle Männer, ein nackter Mann oder eine Mann-Mann-Szene die homosexuellen. Die Erregung zeigt sich sowohl objektiv (also körperlich messbar) wie subjektiv (also gemäss ihrer eigenen Aussage) – es verläuft somit alles ziemlich logisch.”

Was mit Broder während seiner Recherchen geschehen war, erschien mir ebenfalls logisch. Nicht geringe Mengen Blutes werden bei der Begutachtung der Tatsachen des Lebens von oberen in untere Extremitäten umgeleitet. Je nach Intensität seines investigativen Tuns könnte es hierbei zu einer chronisch anmutenden Unterversorgung des Gehirns gekommen sein. Inzwischen geht Henryk Broder gar davon aus, Toleranz widerspräche der menschlichen Natur. Bliebe abschließend noch zu klären, ob es auch Dreifach-Turbo-Super-Dinger gibt. Aber das ist ein anderes Thema.

Und demnächst in diesem Kino:
Henryk M. Broder in “Für Deutschland schaff’ ich an!”

Co-Starring:
Dame Emma, weltberühmt in Wagga Wagga und unvergessen in
“PorNo meint Yes!” sowie “Alice in BILDerland”

Helmut Markwort, bambireif als FOCUSsierter Taxi Driver in
“Engelchen oder Die Jungfrau von Bamberg
und “Der Schreibtischtäter” als auch in “Kein Untergang der Titanic”

Special Appearance:
Thilo Sarrazin, oscarnominiert für “Gene with the Wind”

Produziert von Wolfram Weimer, dem Macher von
“Muslim süßsauer” und “The Rat Pack”, einem Veit-Harlan-Remake nach dem pathetischen Drehbuch von Oriana Fallaci.

Vielen Dank an Claus fuer diesen Gastbeitrag. Laut eigenen Angaben ist er ein “Fachmann für Migrations- und Gossenfragen mit Neukölln-Diplom”. :)