Wahlkampfstrategie: Angst vor dem Tuerken

Der Grünen-Kandidat heißt Kretschmann. Doch CDU-Chef Mappus hat die Wähler vor einem Ministerpräsidenten Özdemir gewarnt. Dieser sieht antitürkische Ressentiments bedient.

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) vorgeworfen, mit “ausländerfeindlichen Ressentiments” zu arbeiten. Mappus hatte jüngst – sieben Wochen vor der Landtagswahl – in einem Zeitungs-Interview vor einem grünen Regierungschef Özdemir gewarnt. Nicht Grünen-Spitzenkandidat Winfried Kretschmann, sondern der Bundesvorsitzende Özdemir und Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer hätten in jüngster Zeit den Kurs der Landespartei bestimmt. Am Rande eines Argentinienbesuchs sagte Özdemir in Buenos Aires dem ARD-Hörfunk, das sei “im Prinzip nichts anderes, als dass man mit ausländerfeindlichen Ressentiments versucht, Stimmung zu machen”.

“Nach dem Motto: Da steht ein Türke zur Wahl. Ihr wählt zwar den Kretschmann, bekommt aber dann den Deutsch-Türken Özdemir. Das ist schon perfide, was Mappus da macht”, sagte Özdemir. Er stehe in Baden-Württemberg nicht zur Wahl, sagte der Politiker. Dass Mappus trotz mehrfacher Dementis immer wieder behaupte, Özdemir wolle Ministerpräsident werden, bezeichnete Özdemir als Versuch einer Angstkampagne. Dabei scheue Mappus nur die Auseinandersetzung mit dem Grünen-Kandidaten Kretschmann.[…] (Quelle)

Der CDU in Baden-Wuertemberg geht es relativ schlecht. Die Umfrageergebnisse sagen eine Wahlschlappe voraus. Also, warum nicht mal wieder mit den Aengsten vor dem Tuerken/Moslem spielen? Das ist doch die Welle, auf der so viele heutzutage erfolgreich mitschwimmen.

Diese Strategie ist in der Union sehr beliebt. Bei den Wahlen setzen die Bayern regelmaessig den EU-Beitritt der Tuerkei als Angstfaktor ein. Der ehemalige Hessische Ministerpraesident Koch hatte bei der Diskussion um die doppelte Staatsbuergerschaft schon damit gepunktet, ist aber spaeter bei seiner Kampagne um “kriminelle jugendliche Auslaender” gescheitert.

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