Knecht Ruprecht vs. Dirty Henryk

Ich hatte hier vor einigen Tagen einen Artikel veroeffentlicht, wo der Broder-Blog AchGut den Rechtspopulisten von Pro-Koeln, Detlef Alsbach, genuesslich ueber die Auslaender und Tuerken hetzen liess. Der Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz hatte meinen Artikel aufgegriffen, und dazu auf seiner Facebook-Seite Stelllung genommen. Er kritisierte, dass Herr Broder einen Rechtspopulisten in seinem Blog gewaehren laesst, und  forderte ihn auf seiner Pinnwand auf, dazu Stellung zu nehmen.

Die Message scheint bei Henryk M. Broder angekommen zu sein. Er antwortete in seinem Blog auf seine altbekannte, alberne, polemische Art und Weise:

Sehr geehrter Herr Polenz,
wie ich gerade erfahre, haben Sie mich auf ihrer Facebook-Seite aufgefordert, mich zu einem Beitrag zu äußern, der auf achgut erschienen ist. Ihr Wort ist mir Befehl, und wenn Sie von mir verlangen würden, dass ich Ihnen eine Haarwurzelmassage verpasse, würde ich Ihnen auch diesen Wunsch erfüllen. Was nun den Beitrag auf achgut betrifft, zu dem wir übrigens auch eine Entgegnung gebracht haben, die ihrer Aufmerksamkeit entgangen sein muss, so schlage ich folgendes Procedere vor: Sie äußern sich zu einem Interview, das Sie vor ein paar Monaten der FAS gegeben haben, in dem Sie u.a. sagen, dass “unsere Vorstellungen von Rechtsstaat und Menschenrechten auch mit dem Islam kompatibel sind”, und sobald Sie dies getan haben, erkläre ich Ihnen, wie der Beitrag von Detlef Alsbach gemeint war.
Also, nix wie los, Herr Polenz, erklären Sie mir die Kompatibilät des Islam mit unseren Werten. Eine solche Erklärung würde nicht nur mich als jüdischen Agnostiker interessieren, sondern auch die Vertreter des Islam, die in Saudi-Arabien Dieben die Hände abhacken, im Iran Ehebrecherinnen steinigen und in Ägypten, im Irak und im Sudan Christen massakrieren und sich seit Ihrem FAS-Interview auf eine harmonische und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen freuen. Sie wissen ja: “Beim Islam-Thema geht es darum, immer wieder zu erklären, dass diese Weltreligion mit 1,3 Milliarden Gläubigen alles andere als das ist, was Fundamentalisten und gewalttätige Extremisten unter fälschlicher Berufung auf den Islam vorführen.”
Stellen Sie also die Fundamentalisten und die gewalttätigen Extremisten, die den Islam missbrauchen, richtig. Ich wüßte niemanden, der dazu besser geeignet wäre als Sie.

Diese Nicht-Antwort haette auch ein Azubi bei AchGut oder PI-News, wo Broder uebrigens sehr beliebt ist, verfassen koennen. Er schreibt viel, sagt aber wenig. Es ist albern, geht auf die Sachlage nicht ein, und Henryk Broder fordert Ruprecht Polenz zu einer Stellungnahme zu einem ganz anderen Thema auf. Broder geht auf die Hetze von Detlef Alsbach in seinem Blog mit keinem Satz ein. Sein obiger Text ist ein Ablenkungsmanoever, ein rhetorisches Trickspiel.

Die Entgegnung zu dem Artikel von Detlef Alsbach ist nicht besonders gut gelungen und passt gut in das Bild, dass Broder von dem Tuerken/Muslim vermitteln will. Daher ist es als Antwort auf die Hetzschrift nicht ausreichend und nicht verwunderlich, dass er es ebenfalls in seinem Blog veroeffentlicht hat. Es ist meiner Meinung nach keine wirkliche Entgegnung, und bestaetigt sogar einige Vorurteile, die Broders Leser gegen die Tuerken/Auslaender haben.

Um Broders Argument gegen Herrn Polenz aufzugreifen: In dem besagten Interview in der FAZ sagte Herr Polenz:

Damit wir die Euro-Krise überwinden können, werden wir die europäische Integration vertiefen und die Finanzpolitiken der Mitgliedstaaten besser koordinieren müssen. Das ist richtig. Wir müssen aber auch sehen, dass Europa von außen betrachtet als ein alternder, schrumpfender und undynamischer Kontinent erscheint. Mit dem Türkei-Beitritt wird sich das ändern. Wir würden der Welt außerdem zeigen, dass Europa keinen Kampf der Kulturen will und unsere Vorstellungen von Rechtsstaat und Menschenrechten auch mit dem Islam kompatibel sind.

Wenn man die Aussage im Kontext liest, dann muesste es sogar einem Broder klar sein, dass Herr Polenz sich auf das laizistische Modell der Tuerkei bezieht. Von “Haende abhacken”, “Ehebrecherinnen steinigen” kann keine Rede sein, denn das sind Vorfaelle, die es in der Tuerkei nicht gibt, und auch vom tuerkischen Staat nicht geduldet werden. Auch verstehe ich die Aussage von Herrn Polenz dahingehend, dass sich andere islamisch-gepraegte Staaten, in denen solche Praktiken immer noch herrschen, das laizistisch-islamische Modell der Tuerkei als Beispiel nehmen koennten.

Fazit: Wie immer holt Henryk Broder weit aus, lenkt vom eigentlichen Thema ab, wirft mit Dreck um sich, und hofft, dass etwas davon haengenbleibt. Bleibt nur zu hoffen, dass er den obigen Artikel wirklich von seinem Azubi schreiben liess (Nein, ich meine jetzt damit nicht Hamed Abdel-Samed, den die ARD zusammen mit Broder in Batman & Robin-Manier im Batmobile durch Deutschland touren liess).