EU-Studie: Bedingungen in DE fuer Migranten ‘halbwegs guenstig’

Eine Studie vergleicht die Situation von Zuwanderern in 27 EU-Staaten:

[…]Der Studie zufolge erreicht Deutschland bei seinen Integrationsbemühungen nur 57 von 100 möglichen Punkten. Der EU-Durchschnitt liegt bei 52 Punkten. Im Ländervergleich liegt die Bundesrepublik damit auf Platz zwölf – und damit deutlich hinter den Niederlanden, Belgien, Spanien und Italien, aber vor Dänemark, Frankreich, Österreich und der Schweiz. Spitzenreiter sind Schweden (83) und Portugal (79), die Schlusslichter bilden die Slowakei (36), Zypern (35) und Lettland (31 Punkte).[…]

[…]Anhand von 148 Indikatoren prüften die Autoren der Studie unter anderem, welchen Zugang die Migranten zum Arbeitsmarkt haben, welche Möglichkeiten der politischen Beteiligung und der Familienzusammenführung existieren und welche rechtlichen Maßnahmen gegen Diskriminierung es gibt. Zum ersten Mal wurde der Bereich Bildung analysiert. In Deutschland gibt es hier große Mängel (43 von 100 Punkten) – damit liegt Deutschland hinter Großbritannien. Von den Nachbarländern schneiden nur Frankreich und Polen (29 Punkte) schlechter ab. Das deutsche Bildungssystem passe sich nicht an die Realität der Immigration an, bilanziert die Studie.[…]

[…]Besonders schlechte Werte erzielt Deutschland beim „dauerhaften Aufenthalt“. Es liegt hier weit unter EU-Durchschnitt auf Platz 24 von 31. Neuankömmlinge in Deutschland haben laut der Studie größte Schwierigkeiten, die Kriterien und Bedingungen für einen dauerhaften Aufenthalt zu erfüllen. Die Anforderungen für eine dauerhafte Aufenthaltsberechtigung sind genauso streng wie die für den Erwerb der Staatsbürgerschaft und in keinem anderen Land so umfangreich wie in Deutschland. In den meisten Ländern genügen ein legales Grundeinkommen und einfache Sprachkenntnisse ohne Integrationstests.[…]

[…]Die doppelte Staatsbürgerschaft steht in Deutschland nur EU-Bürgern offen, sodass sich in naher Zukunft rund 320.000 junge Menschen mit Migrationshintergrund für eine ihrer beiden Staatsbürgerschaften entscheiden müssen. In Großbritannien etwa, das als traditionelles Einwanderungsland gilt, haben Zuwanderer bereits nach fünf Jahren das Recht auf die britische Staatsbürgerschaft und auch die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft. Schlecht fallen die Werte für Deutschland auch in der Kategorie Antidiskriminierung aus. Die Autoren der Studie bemängeln, dass im Bereich der Gleichstellung vergleichsweise wenig unternommen werde und weitgehende Antidiskriminierungsgesetze so wirkungslos blieben.[…] (Quelle)