US-Gouverneur diskriminiert Nicht-Christen

Der neue Gouverneur des US-Bundesstaats Alabama, Robert J. Bentley, sorgt für Empoerung: In seiner Antrittsrede missbilligte der Republikaner alle Nicht-Christen. Natuerlich hatte er seine Antipathie gegen die anderen Glaubensgemeinschaften nicht vor seiner Wahl erwaehnt, den er wollte ja die Stimme von allen Menschen:

[…]Bentley sagte wörtlich, dass diejenigen, die Jesus nicht als ihren Erlöser sehen würden, nicht seine Brüder und Schwestern seien. “Allen, die heute hier sind und Jesus Christus nicht als ihren Erlöser akzeptiert haben, denen sage ich: Du bist nicht mein Bruder, und du bist nicht meine Schwester”, zitiert die “Birmingham News” den Gouverneur.

Der Republikaner hatte der “Los Angeles Times” zufolge in seiner Rede auch darauf hingewiesen, dass Nicht-Christen “nicht die gleiche Beziehung” zu ihm haben könnten wie Christen.[…]

Menschenrechtler und Vertreter der anderen Religionen fuehlen sich diskriminiert.

Bill Nigut, Regionaldirektor der Anti-Diffamierungs-Liga ADL, kritisierte Bentley in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme scharf. “Seine Aussagen sind nicht nur beleidigend, sie werfen auch ernsthafte Fragen auf, ob Nicht-Christen die gleiche Behandlung während seiner Amtszeit erhalten.” Bentleys Aussagen seien “schockierend”.

Sollte der Gouverneur für den Übertritt zum Christentum werben, verstoße er gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten. Diese verbiete es, die Etablierung irgendeiner Religion zu begünstigen, hieß es in dem Schreiben der ADL.[…]

[…] Die “Los Angeles Times” zitierte auch den Präsidenten der Islamic Society in Birmingham, Ashfaq Taufique. Dieser sagte, er finde Bentleys Aussagen “verstörend”. “Im Umkehrschluss hieße es, wir müssten den christlichen Glauben übernehmen, um von ihm als gleichwertig betrachtet zu werden.”[…] (Quelle)

[…] Der Präsident der Bürgerrechtsvereinigung American Atheists, David Silverman, bezeichnete Bentleys Worte als “verabscheuungswürdig”. “Dieser Mann stellt die Bibel über die Verfassung und seinen Prediger über den Präsidenten.” Mit seinen Äußerungen würde er den Ruf von Alabama als rückwärtsgewandt und borniert verstärken, sagte Silverman.

Jonathan Miller, der Rabbi der größten jüdischen Synagoge in Alabama, schickte umgehend einen Beschwerdebrief an Bentley. Miller schrieb, er fühle sich durch seine Worte “missachtet” und erinnerte ihn daran, “dass Juden auch gläubige Menschen sind, die Steuern zahlen, ihre Kinder auf staatliche Schulen schicken und die Gesetze befolgen”.[…] (Quelle)

Christaleban Bentley fuehlt sich natuerlich missverstanden. Nachdem seine Worte im gesamten Land eine Kontroverse ausgeloest haben, liess er nun mitteilen, dass er niemanden habe beleidigen wollen. Er sei der Gouverneur aller Menschen in Alabama.

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