Was kostet einmal ‘sexueller Missbrauch’ bitte?

5000 Euro. So viel/So wenig bieten die Jesuiten als Entschaedigung fuer jedes Missbrauchsopfer.

[…]Die Jesuiten gehören zu den ersten kirchlichen Einrichtungen, die nach dem Missbrauchsskandal konkrete finanzielle Angebote an die Opfer machen. Ordenssprecher Busch nennt das Angebot allerdings nicht Entschädigung, sondern eine “Anerkennungszahlung”. Das Leid der Opfer könne man finanziell nicht wiedergutmachen, betonte er. Die Betroffenen würden auch um Geduld gebeten. Umgesetzt werden solle das Angebot in Abstimmung mit der Deutschen Bischofskonferenz. Würden alle Opfer, die sich bisher beim Orden gemeldet haben, 5000 Euro annehmen, ginge es für die Jesuiten insgesamt um rund eine Million Euro.

Der Missbrauch in Schulen des Ordens liegt zumeist mehr als 20 Jahre zurück. Öffentlich wurden die sexuellen Übergriffe auf Jungen an der Berliner Jesuitenschule Canisius-Kolleg Mitte Januar 2010. Das löste eine Lawine aus. Immer mehr verjährte Missbrauchsfälle an weiteren Jesuiten-Schulen, in kirchlichen Einrichtungen und auch an anderen Schulen kamen ans Licht.

Die damaligen Jesuiten-Opfer sind heute zwischen 40 und 50 Jahre alt. Sie berichten, wie einige ihrer Lehrer ihnen einst beim Duschen zusahen, die Genitalien der Jugendlichen berührten oder sie zum Onanieren zwangen. Einige Schüler hatten den Mut, diese Übergriffe dem Orden zu melden. Doch der versetzte die Täter allenfalls und dachte nicht an Hilfe für die Opfer. Bei vielen Betroffenen blieb ein Gefühl von Wut und Ohnmacht zurück. […] (Quelle)

5000 Euro fuer eine verpfuschte Kindheit und Jugend. 5000 Euro fuer ein Leben in Schmerz, in Trauer und Traenen. 5000 Euro fuer ein verkorkstes Sexualleben. 5000 Euro fuer all die Erinnerungen der Demuetigung, Erniedrigung, Schmach und Peinlichkeit.

Woher nimmt eigentlich ein Orden, wie die der Jesuiten, eine Million Euro her? Aus der Kirchensteuer? Vom Vatikan? Aus ihrem eigenen Vermoegen?

Die Zahl 5000 scheint ja eine magische Zahl bei Entschaedigungen zu sein. Die Bundeswehr hatte auch diese Summe (allerdings in USD) an die Familien der insgesamt 102 Toten und ueberlebenden Verletzten des Angriffes eines Kampfflugzeuges bei Kundus/Afghanistan angeboten (siehe hier).