Foul von Rechtsaussen

Ein neues Handlungskonzept gegen Rechts-Extremismus ist von Spitzenfunktionären aus Sport und Politik in Berlin auf den Weg gebracht worden.

Unter dem Motto «Foul von Rechtsaußen – Sport und Politik verein(t) gegen Rassismus» soll damit der Einfluss rechtsextremen Gedankenguts in den Vereinen zurückgedrängt werden. Zugleich wird der Handlungsspielraum für Vereine vergrößert, Mitglieder wegen rassistischen Auftretens auszuschließen.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) räumte bei der Auftaktveranstaltung im Umweltforum Berlin ein, dass mit rund 26 000 Extremisten der organisierte Rechtsextremismus in Deutschland eher auf dem Rückzug sei. Es gebe dennoch ein starkes Hineinsickern rassistischen Gedankenguts in den Sport. «Das Verhalten einiger Aktiver zum Beispiel in den Kampfsportarten und einiger Fangruppen beim Fußball macht uns schon Sorgen», räumte de Maiziere ein.

Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), sieht in der neuen Aktion «eine Bündelung und Verstetigung aller bisher schon angelaufenen Maßnahmen.» Es gehe darum, «ein Frühwarnsystem zu installieren, um rechtsextremes Gedankengut abzuwehren».

Auf die Tatsache, dass Fußball-Teams bei diskriminierenden Äußerungen oder Vorgängen gegen den Gegner sogar mit Punktabzug belegt werden können, ging Theo Zwanziger, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), ein. «Die Verantwortung dafür tragen die Vereine», sagte er. Er bekomme oft Briefe von Präsidenten nach dem Motto: «Wir können doch nichts dafür, was einige Fans da anstellen.» Aus dieser Verantwortung könne er die Vereine aber nicht entlassen.

Bundes-Familienministerin Kristina Schröder geht davon aus, dass mit dem neuen Handlungskonzept den Vereinen größere Möglichkeiten gegeben werden, gegen Rechtsextremisten im Sport vorzugehen. «Die Satzungen wurden so angepasst, dass Strafen und sogar Vereins- Ausschlüsse möglich sind», sagte die Ministerin und brachte Beispiele, wie deutsche Fußball-Nationalspieler wegen ihrer Herkunft von NPD-Funktionären verhöhnt wurden.[…] (Quelle)

Es ist einfach, die Verantwortung auf die Vereine zu uebertragen. Aber, dass der Rechtspopulismus teilweise durch die Politiker und andere oeffentliche Personen beguenstigt wird, wird hier gaenzlich ausser Acht gelassen. Es sollte der Politik zu denken geben, dass Thilo Sarrazin von der NPD eine Stelle als Auslaenderrueckfuehrungsbeauftragter angeboten wurde, und ihr Vorsitzender Udo Voigt nun Teile des eigene Parteiprogramms nach dem Erscheinen des Buches von Thilo Sarrazin als salonfaehig betrachtet.

Auch sollte man die Kommentare von Kristina Schroeder mit Vorsicht geniessen. Schliesslich ist sie es, die versucht hat, mit der sog. Deutschenfeindlichkeit die Auslaenderfeindlichkeit und den Rechtsextremismus zu relativieren. Auch hatte sie vor ihrem Ministeramt ihr Homepage zu den Hetzern von PI-News verlinkt.

Um Missverstaendnissen vorzubeugen: Ich will keineswegs sagen, dass Thilo Sarrazin und Kristina Schroeder rechtsextremistisch oder rechtspopulistisch sind. Aber ihre Thesen und Handlungsweisen beguenstigen rechte, auslaenderfeindliche Stimmungen, die sich dann auch im Fussballstadion bemerkbar machen.

Lesetipp: Tueroeffner fuer Rechtsextremisten