Damals vor 50 Jahren: Ahmet im Wunderland

Wie Ahmet als Teil eines undurchsichtigen und genialen Plans Westeuropa islamisieren soll. Sabine Schiffer über Verschwörungstheorien und andere Einfältigkeiten. Eine geniale Satire.

Das war schon ein genialer Coup, damals vor gut 50 Jahren. Ahmet wäre nie von alleine darauf gekommen, dass er Teil eines großen Plans war, als er dem Aufruf folgte und zum Arbeiten in die Bundesrepublik Deutschland auswanderte. Leicht war es ihm nicht gefallen, sein Heimatdorf in der Nähe von Trabzon zu verlassen. Der Wunsch, dort regelmäßig Familie und Freunde zu besuchen, zerschlug sich bald angesichts der Notwendigkeit, das Geld lieber in die Heimat zu schicken statt selbst dorthin zu fahren. Getröstet hat ihn, dass noch viele seinem Beispiel folgten und er bald auch in Deutschland wieder einen ansehnlichen Freundeskreis vorweisen konnte. Ob sie damals schon von ihrer großen Mission ahnten?

Sie hatten ein ganz anderen Auftrag als nur den, in Deutschland zu arbeiten, wie Ahmet jetzt deutschen Radiosendungen, Zeitungsmeldungen und Blogkommentaren entnehmen kann. Leicht ist es ihm ja nicht gefallen, das Deutschlernen, aber er hat es geschafft und kann heute ohne Probleme verstehen, wenn sich seine Kollegen über das unterhalten, was sie in der Bildzeitung, dem Internet und in Thilo Sarrazins Beststeller gelesen haben. Naja, die Werbekampagne des Spiegel für das Buch des herkunftstraumatisierten Sarrazenen hatte ihn schon überrascht. Was aus dem Spiegel geworden ist – nun ja, nichts ist, wie es bleibt. Nun erfährt er schließlich, wie genial er sich als Analphabet in die großen Pläne einfügen konnte, die offensichtlich ohne sein Wissen oder auch nur seine Ahnung gehegt wurden. All die Jahre blieb er in seiner Mission als Muslim unentdeckt und dies bewundert er heute an sich selber. Bis vor kurzem hat er noch geglaubt, dass die Anwerbung eine deutsche Initiative war. Jetzt lehrt in das Gerede anderes. Er, Ahmet aus Görele, ist Teil einer konzertierten „islamistischen Aktion“. Seine Rolle ist es nämlich, Westeuropa zu islamisieren – jawohl! Und es macht ihn nun ein wenig stolz zu entdecken, dass er offensichtlich ein wichtiger Teil dieses großen Plans ist.

Geschickt hatte es das Religionsministerium angestellt, die Fäden hinter der US-Wiederaufbauhilfe für Deutschland mitsamt dem Marshall-Plan zu ziehen. Niemand hat es 50 Jahre lang gemerkt, auch nicht Ahmet, dass das sog. deutsche Wirtschaftswunder eine türkische Initiative war, ein Vorwand, um Muslime nach Westeuropa zu entsenden. Zudem hatte man mit türkischer Cleverness überlegt, vor allem ungebildete Landarbeiter zu schicken. Damit versprach man sich nicht nur eine gute Tarnung der eigentlichen Ziele, man hatte vorausschauend in strategischer Genialität auch noch den demografischen Faktor bedacht: nämlich dass in den weniger gebildeten Bevölkerungsschichten, wo oft noch eine traditionelle Rollenverteilung gepflegt wird, mehr Kinder geboren werden. Auch dies ein lang angelegter Plan, Deutschland – das Herzstück Europas – zu unterwandern. Zwar nehmen die Geburtenzahlen in der zweiten Generation schon ab, aber zum Angstmachen reicht es wenigstens – auch das ein wichtiger Teil des Plans, durch das Erschrecken die Zeugungsfähigkeit der Deutschen zu beeinträchtigen. Es wirkt.

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