Nazis, oder Prostituierte?

Im Hamburger Stadtteil ist es zu einem kuriosen Vorfall gekommen: Der Besitzer eines Swingerclubs vermietete Zimmer an Prostituierte. Das Bezirksamt sieht darin den Betrieb eines Bordells und will den Swingerclub schließen. Nun droht der Betreiber damit, die Räume an die NPD zu vermieten.

Der Trick ist fast so alt wie die NPD selbst. Kommt es zu Zwistigkeiten zwischen der Stadt und Eigentümern, die ihr Haus gewinnbringend verkaufen wollen, kommt immer wieder die NPD ins Spiel. Gerne wird damit gedroht, die entsprechende Immobilie an die NPD zu vermieten, sollte man sich nicht einig werden.[…]

[…]Die fehlende Miete wird für Michael Uhlig zum Problem: “Mir gehen monatlich 2500 Euro durch die Lappen.” Es sei schwierig, die Räume an Privatpersonen zu vermieten: “Die Zimmer sind klein, die Lage ab vom Schuss.” Wenn ihm der Bezirk schon verbiete, an Prostituierte zu vermieten, solle er ihm doch wenigstens helfen, “normale” Mieter zu finden.

Das lehnt der Bezirk ab: Es sei nicht Aufgabe des Amtes, private Wohnungen zu vermitteln, sagt Sprecherin Sonja Feßel. Uhlig wählte daraufhin eine härtere Gangart und drohte: “Dann vermiete ich eben an die NPD. Die bekundet bereits seit zwei Jahren Interesse.”

Der Konter des Amtes folgte postwendend. Feßel: “Wir lassen uns nicht erpressen.” Und: “Wir haben Hinweise darauf, dass Herr Uhlig Verbindungen zur rechten Szene hat.” Der 43-Jährige soll einen “nahen Verwandten” bei der NPD in Süddeutschland haben. Michael Uhlig erstattete daraufhin Anzeige wegen Verleumdung – und ruderte zurück: Er wolle die Rechten “auf keinen Fall” im Haus haben. “Ich habe mit der NPD nichts zu tun.”

Beim Bezirk hält man es für möglich, dass er das NPD-Szenario erfunden hat, um den Druck auf die Politik zu erhöhen und so doch noch die Genehmigung für die Prostituierten zu bekommen.[…]

Quellen: Endstation-Rechts, MoPo