Die Islam-Debatte hat Auswirkungen in den deutschen Schlafzimmern. Alles scheint OK zu laufen, bis die Dame erfaehrt, dass der Typ, den sie eigentlich gut findet, ein Muslim ist. Dann ist die Sache gelaufen. Die TAZ schreibt:
[...]Aber wenn du als Araber bei einer deutschen Frau landen willst, dann musst du lügen. Entweder du wechselst die Nationalität oder du hast keinen Sex mehr. So einfach ist das.
Ich weiß, du denkst, wir übertreiben. Aber du müsstest sie sehen! Wie sie dich anschauen, wenn du sagst, wo du herkommst. Du lernst eine Frau kennen, du unterhältst dich nett, du merkst, dass sie dich gut findet? Und dann kommt der Moment, in dem sie kapiert, dass duMoslem bist. Dann ist es gelaufen. Sie hat plötzlich keine Zeit mehr, sie muss sich ganz dringend um die Freundin kümmern, die sie vorher total ignoriert hat.
Ich weiß nicht, was in ihrem Kopf passiert. Wahrscheinlich läuft irgend so ein Film ab und sie denkt, sie bringt sich mal lieber in Sicherheit, bevor sie mit einem im Bett landet, der bestenfalls bloß ihre Kinder entführt und schlimmstenfalls den Bundestag in die Luft sprengt.[...]
[...]Weißt du, am meisten zum Kotzen ist der Teufelskreis: Wenn wir lügen und ein paar schöne Nächte mit einer Frau verbringen, die keine Ahnung hat, dann können wir auch nie beweisen, dass wir nicht so sind, wie sie denkt. Das Klischee lebt weiter. Aber wenn wir nicht lügen, dann bekommen wir gar nicht erst die Chance, irgendwas zu beweisen.[...]
Als der dritte Deutscharaber um die 30 ihr das gleiche Leid klagte, wusste die TAZ- Autorin: Das ist mehr als nur eine individuelle Geschichte. Dieser Artikel erinnert mich auch an das Buch von Cem Gulay Tuerken Sam: Eine Deutsche Gangsterkarriere. Er schrieb, dass er sich auch immer als Italiener ausgab, da die Tuerken bei den meisten deutschen Frauen keine Chance hatten.
Die Axis of Evil Comedy Tour, eine Gruppe von arabisch- und iranischstaemmigen Amerikanern, beschaeftigt sich auch mit diesem Thema in einer humorvollen Art und Weise. Das Foto oben zeigt Maz Jobrani, einen der Mitglieder.
Lesetipp: Du kommst hier nicht rein


Tja, die Politik von heute ist schon um einiges smarter als Hitler – was keineswegs heißt, daß sie wesentlich humaner wäre. Niemand muß die verpönten Nürnberger Rassegesetze wieder einführen. Sie führen sich ganz von selbst wieder ein, indem “sie” einfach keinen Bock auf “ihn” hat.
Wenn ich dann auch noch lesen muß, daß sich 13% aller Deutschen ernsthaft eine Diktatur / einen Führer zurückwünschen und daß unsere Polizei nach den Vorstellungen mancher Innenminister nicht mehr gegen Kriminelle, sondern gegen Religiöse eingesetzt werden soll, dann kann ich nur noch Heinrich Heine zitieren: “Denkt man an Deutschland in der Nacht, ist man um den Schlaf gebracht!” Und zwar durchaus im doppelten Sinne…
Wohin soll das denn noch führen, bevor wir mal die Notbremse ziehen?!
Der Artikel auf den Sie verlinken schildert drei Fälle, in denen arabische Männer beklagen, dass deutsche, nichtmuslimische Frauen keinen Sex mit ihnen haben wollen. Als empirische Basis für allgemeinen Aussagen, die Sie und die Autorin ziehen, etwas dünn. Da bietet selbst Sarrazin besseres Zahlenmaterial.
“In diesem unserem Lande” (Helmut Kohl) darf sich halt jeder/ jede ihren Sexualpartner frei aussuchen und muss über ihre Auswahlkriterien auch nicht Rechenschaft ablegen. Wenn dieser Tatbestand einige Herren frustiert ist das nicht zu ändern.
@Hatice
Der Zusammenhang mit den Nürnberger Rassegesetzen erschließt sich mir nicht. Jeder in der BRD kann Sex haben mit wem er will (solange die Partner über 16 jahre alt ist). Allerdings wird hier auch keiner gezwungen, sonst kommen demnächst noch Atheisten oder Christen, die verlangen, dass muslimische Frauen “Bock” auf sie haben.
Das Heine-Gedicht zu zitieren ist von ihnen übrigens im doppelten Sinne in diesem Zusammenhang deplaziert. Heine gibt in diesem Gedicht seiner Sorge um seine lebensgefährlich erkrankte,in Hamburg lebende Mutter Ausdruck, die er als politisch Exilierter seit zwölf Jahren nicht gesehn hat und die er auch nicht besuchen kann.
Über Deutschalnd allgemein schreibt er in dem Gedicht:
Deutschland hat ewigen Bestand,
Es ist ein kerngesundes Land;
Mit seinen Eichen, seinen Linden,
Werd ich es immer wiederfinden.
.
@conring,
hilft Ihnen folgender Artikel als empirische Basis weiter, oder kann man daraus auch keine Rückschlüsse ziehen?
http://dontyoubelievethehype.com/2010/10/tuerkische-jugendliche-unbeliebtesten/
@wahrträumer
ehrlich gesagt, hege ich gegenüber derartigen Untersuchungen immer ein gewisses Mißtrauen, aber wenn Sie umbedingt wollen.
Allerdings gibt es von diesem Institut auch eine Studie, die jungen Muslimen eine erhöhte Gewaltbereitschaft attestiert. Ein Umstand, der vielleicht die Unbeliebtheit erklärt und auch die in diesem Artikel beschreibenen Probleme.
@conring,
von welcher Studie sprechen Sie? Die KFN-Studie von Christian Pfeiffer, wonach die Muslime angeblich gewaltbereiter werden, je religioeser diese sind?
Christian Pfeiffer hat wiederholt gesagt, dass seine Studie dieses nicht hergibt, und er nicht korrekt wiedergegeben wurde.
http://dontyoubelievethehype.com/2010/06/gewissenslose-manipulation-der-kfn-studie/
http://dontyoubelievethehype.com/2010/06/muslime-je-glaeubiger-desto-gewalttaetiger/
http://www.bildblog.de/19414/macht-der-islam-jugendliche-gewalttaetig/
Oder meinen Sie evtl. eine andere Studie?
@dybth
Wir meinen hier schon diesselbe Studie. Pfeiffer selbst dazu hier:
http://www.forumamfreitag.zdf.de/ZDFde/inhalt/29/0,1872,8078365,00.html
Wie gesagt ich gebe nicht viel auf solche Untersuchungen.
Mein wesentlicher Punkt zu ihrem Artikel ist aber trotzdem, dass jeder Sex haben kann mit wem er will. Die in dem taz-Beitrag beschriebenen arabischen Herren haben vielleicht eher das problem, dass sie ja wohl eher Sex- als Lebenspartnerinnen suchen und daher bei den an dem Auifbau einer langfristigen Partnerschaft interessierten deutschen Frauen nicht gefragt sind.
@Conring,
Ich kenne den oben genannten Artikel. Selbst dort sagt Pfeiffer nicht das, was allgemein in den Medien behauptet wird. Bildblog erwaehnt, dass Pfeiffer sagt, dass seine Aussagen verkuerzt/verzerrt wiedergegeben wurden. Mazyek hat es in einer Talkshow (ich glaube, es war bei Maybrit Illner) erwaeht, dass Herr Pfeiffer ihm das auch persoenlich gesagt hat. Aber Du hast Recht. Man sollte solchen Studien immer etwas skeptisch gegenueber stehen, aber auch nicht ganz verwerfen.
Natuerlich kann jede/r Sex haben mit wem er/sie will. darum geht es allerdings nicht. In dem Artikel ist geschildert, dass alles relativ gut laeuft, bis die Dame erfaehrt, dass er ein Araber/Muslim ist. Es geht also in erster Linie nicht um die Person, sondern um Diskriminierung wegen der Herkunft/Rasse/Religion. Und das ist problematisch, dass solche Ressentiments in der Gesellschaft herrschen. sei es bei der Arbeitssuche, oder bei der Wohnungssuche oder Kneipengang.
Ich nehme an, dass das “..daher bei den an dem Auifbau einer langfristigen Partnerschaft interessierten deutschen Frauen nicht gefragt sind.” eher eine Vermutung Deinerseits ist. Dazu sagt der Artikel nicht viel. Und ich glaube auch nicht, dass es etwas aendern wuerde, wenn es denn so waere. Einer Dame mit solchen Vorurteilen wird die Herkunft/Ethnie/Religion ploetzlich nicht egal sein, nur weil er sie heiraten moechte. Oder meinst Du, dass Frauen, denen es nur um Sex geht, da keine Unterschiede machen/Vorurteile haben? Nicht jede Frau moechte den Kerl, mit dem sie ausgehen moechte, auch heiraten.
@dybth
ich finde schon, dass Pfeiffer in dem Interview relativ deutlich wird. Ich habe auch eine Talkshowrunde gesehen, wo er und Herr Mazyek in dem Punkt ziemlich aneinander geraten sind.
Natürlich ist meine Aussage mit der langfristen Beziehung eine Vermutung, aber der ganze taz-Artikel ist auch eine Vermutung.