Das Geschaeft mit dem Tempelhaar

In Andra Pradesh, im Süden Indiens steht auf einem riesigen Hügel der Tempel von Tirumala. Jeden Tag pilgern mehr Gläubige an diesen bedeutendsten Wallfahrtsort der Welt, als in den Vatikan oder nach Mekka, es sind über zwanzig Millionen im Jahr !

Bei den Pilgern handelt es sich meist um einfache Menschen aus ländlichen Gebieten. Sie beten für Glück, Gesundheit, für eine gute Ehe, Arbeit, für die Heilung einer schweren Erkrankung, Kindersegen usw. Wer es hat, legt vor den Schrein von Venkateswara Geld oder Gold in die Opferschale. Wer arm ist, opfert seine Haare.

Der Tempel ist nicht nur Wallfahrtsort, sondern ein Wirtschaftsunternehmen : Über 600 Friseure sind für und im Tempel tätig. So kommen täglich mehrere Tonnen an gesunder Haarpracht zusammen. Die Haare werden verkauft, vor allem nach Amerika und Westeuropa. Sie werden zu Echthaarperücken, Haarteilen und Extensions verarbeitet. Das richtig große Geld wird mit Haarverlängerungen gemacht, mit denen sich amerikanische und europäische Frauen “verschönern”.

Arme Menschen geben im guten Glauben das “einzig wertvolle” als Opfer und skrupellose Geschäftemacher verdienen sich daran eine goldene Nase, auch dank der genauso skrupellosen “Schönheitsfanatiker”.

Das ein Tempel und seine Diener auch nicht von Luft und Gebet leben können steht ausser Frage. Müssen es aber etwa zweihundert Millionen Euro im Jahr sein ? Das sind die Einnahmen des Tempels, die durch den Verkauf der Pilger- Haare erwirtschaftet werden. Und wissen die Konsumenten das? Ich denke: Nein. Und ich denke auch, dass es den Meisten egal ist. Denn es geht ja um ihr Aussehen.

Zum weiterlesen: Indien – Das Geschaeft mit dem Tempelhaar, Wikipedia

Danke an Wahrtraeumer fuer diesen Gastbeitrag.