Petition gegen die Auszeichnung fuer Necla Kelek

Die AK Gruene MuslimInnen NRW hat eine Online Petition gestartet, die zum Ziel hat, dass Necla Kelek nicht mit dem Freiheitspreis der FDP-Nahen Naumann-Stiftung ausgezeichnet wird. In dem Text der Petition heisst es:

Die FDP-nahe Naumann-Stiftung möchte im November den alljährlichen “Freiheitspreis” an die türkischstämmige Soziologin Necla Kelek verleihen. Necla Kelek tritt seit Jahren als so genannte Islamkritikerin in Erscheinung und hat bereits mehrere Bücher v.a. zum Thema “Frauen im Islam” verfasst. In ihren Publikationen und bei öffentlichen Auftritten bleibt es aber häufig nicht bei einfacher Kritik. Vielmehr sind beleidigende und in Teilen auch befremdliche Äußerungen die Regel. So hat sie kürzlich in einem Interview muslimischen Männern einen gesteigerten Sexualtrieb, der im schlimmsten Fall zu Sodomie führt, unterstellt. Eine Behauptung, die völlig an der Realität vorbei geht und für die es folglich auch keinen Beleg geben kann. Im gleichen Interview bezeichnet sie kopftuchtragende Frauen als “Islamic Bitches” (Islamische Schlampen) und belegt diese Frauen, die ohnehin schon stark von Diskriminierung betroffen sind, mit einer weiteren negativen Zuschreibung, die nur als Beleidigung empfunden werden kann.

Nacla Kelek sieht die Ursache für sozio-ökonomische Probleme wie Bildungsbenachteiligung, Arbeitslosigkeit, Kriminalität etc. bei ZuwanderInnen in der islamischen Religion, kann diese Bewertung jedoch nicht mit empirischen Belegen nachweisen und bleibt damit stets auf einer abstrakten Behauptungsebene. Während renommierte WissenschaftlerInnen die Ursachen auf Grundlage langjähriger Forschung und konkreten Daten eindeutig in der Sozialstruktur, der Geschichte der Zuwanderung und der sehr späten politischen Reaktion auf die Realität des Einwanderungslandes Deutschland verorten. Es ist also anzunehmen, dass die Wissenschaft mit ihren Erkenntnissen näher an der Realität liegt, als Necla Kelek mit ihren selektiven Beobachtungen und skandalisierenden Behauptungen.

Wir sind der Meinung, dass eine Person wie Necla Kelek, die pseudowissenschaftlichen Populismus betreibt und damit eher für Desintegration sorgt, als für Integration, eine Auszeichnung wie diese nicht verdient hat. Denn Freiheit kann nicht ohne Respekt und Achtung vor dem Anderen gedacht werden. Sie ist ein wertvolles Gut und kein Freifahrtschein für Beleidigungen. Dass die Jury der Naumann-Stiftung die Arbeit von Necla Kelek vor diesem Hintergrund mit dem Freiheitspreis auszeichnet, können wir in keinster Weise nachvollziehen.

Die Laudatio bei der Preisverleihung am 6. November in der Frankfurter Paulskirche wird Alice Schwarzer halten. Ist es nicht absurd, Thilo Sarrazin oeffentlich zu kritisieren, ihm Nahe zu legen von seinem Amt zurueckzutreten, ihn aus seiner Partei ausschliessen zu lassen, aber seine Komplizin Necla Kelek mit einem Preis zu ehren?

Es ist fuer mich unverstaendlich, wie Frau Kelek mit dieser Auszeichnung auf dieselbe Stufe gestellt werden kann, wie der ehemalige Aussenminister der Bundesrepublik Hans-Dietrich Genscher, der 2006 ebenfalls mit dem Preis ausgezeichnet wurde.

Ich bitte euch, diese Petition zu unterstuetzen.

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