Deutschland ist ein Auswanderungsland

Als Ergaenzung zu meinem Artikel Faktencheck: Seehofers Forderungen kann ich euch raten, den im Spiegel erschienenen Faktencheck zur Migration durchzulesen. Darin wird klargestellt, dass Deutschland eher ein Auswanderungs- als ein Einwanderungsland ist. Zu den folgenden Aussagen:

“Ich möchte keine Massenzuwanderung, etwa aus der Türkei, die diese Gesellschaft nicht verträgt.”
Volker Bouffier (CDU), hessischer Ministerpräsident, in der “FAZ”

“Es ist doch klar, dass sich Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen wie aus der Türkei und arabischen Ländern insgesamt schwerer tun. Daraus ziehe ich auf jeden Fall den Schluss, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen.”
Horst Seehofer (CSU), bayerischer Ministerpräsident, im “Focus”

stehen die folgenden Fakten gegenueber:

  • Auswanderungsland Deutschland: Seit zwei Jahren verlassen insgesamt mehr Menschen Deutschland als zuwandern. Die Zuwanderung nahm über die vergangenen 20 Jahre ab, während die Auswanderung in etwa gleichblieb.
  • Einwanderer aus Europa: Von einem gigantischen Zustrom an Muslimen kann keine Rede sein. Die meisten Einwanderer kamen 2009 aus Polen und Rumänien. Selbst aus den USA kamen mehr Migranten als aus der Türkei. Und jeder zweite Ausländer in Deutschland ist Europäer.

Insgesamt nahm die Zuwanderung über die vergangenen 20 Jahre ab, während die Auswanderung auf einem ähnlichen Niveau blieb. 2008 kamen 682.146 Menschen nach Deutschland - gleichzeitig zogen 737.889 Menschen weg. Damit gab es erstmals mehr Menschen, die das Land verließen, als solche, die neu hinzuzogen.

Die stärkste Migration gibt es über die Grenze nach Polen. Zu- und Abwanderung halten sich die Waage: Rund 123.000 Polen kamen 2009 nach Deutschland, fast genauso viele Menschen gingen ins östliche Nachbarland. Darunter waren viele Saisonarbeiter. In die Türkei wandern mehr Menschen aus als von dort nach Deutschland kommen.

Auf der o.g. Webseite befinden sich noch mehr Grafiken, die den Zuzug von Asylbewerben, Fachkraeften, den Bildungsstand der Zuwanderer etc. aufzeigen