Wohin es die Deutschen zieht

Migrationsforscher haben herausgefunden, dass diejenigen, die Deutschland verlassen, zu den am besten ausgebildeten gehoeren. Nachfolgend sind die Top Ten Laender, wo es sie in 2009 hingezogen hat:

  1. Beliebtestes Auswanderungsland der Deutschen ist die Schweiz. Hierhin zog es im Jahr 2009 24.624 Deutsche, das sind 16,7 Prozent. Seit den 1990er Jahren nimmt die Zahl stetig zu. Insbesondere bei Studierenden wird dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zufolge die Schweiz immer beliebter: 9.836 Studierende waren 2008 immatrikuliert, 1.729 schlossen ihr Studium ab. Aber auch die Vermittlung von Arbeitskräften durch die Agentur für Arbeit spielt bei der Abwanderung eine Rolle. Im Jahr 2008 wurden 2.198 Personen in die Schweiz vermittelt. Auch Ärzte zieht es vermehrt in die Alpenrepublik: 3.065 Mediziner emigrierten im Jahr 2008. Im Vergleich zu 2007 ist das ein Anstieg um rund 25 Prozent.
  2. Nirgends zieht es Ette und Sauer zufolge so viele Hochqualifizierte hin wie in die Vereinigten Staaten. Hier lebten im Untersuchungszeitraum 357.000 Deutsche mit akademischem Abschluss, was einer Quote von 33 Prozent entspricht. Dieses deckt sich mit Daten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, denen zufolge deutsche Wissenschaftler im Jahr 2007 die Vereinigten Staaten für Forschungsaufenthalte bevorzugten. Im Jahr 2009 emigrierten 13.445 Deutsche in die USA – allerdings kehrten im Jahr zuvor auch 10.524 zurück.
  3. Nach Polen zogen im Jahr 2009 12.049 Deutsche. Darunter waren auffallend viele Männer, nämlich 8.517. Dem Migrationsbericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zufolge spielt Polen für Forschungsaufenthalte von Wissenschaftlern keine große Rolle. Die Migrationsforscher Ette und Sauer beziffern die Quote von hoch qualifizierten Deutschen in Polen mit fünf Prozent.
  4. 11.818 Deutsche wanderten im vergangenen Jahr nach Österreich aus. Österreich gehört dem Migrationsbericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zufolge zu den begehrtesten Studienländern. Im Jahr 2007 waren 14.789 Deutsche an Universitäten in Österreich eingeschrieben. Insgesamt studierten 90.000 Deutsche an ausländischen Hochschulen. Die Zahl ist in den Jahren zuvor kontinuierlich angestiegen.
  5. Bereits seit dem Jahr 2001 nehmen die Fortzüge Deutscher nach Großbritannien zu. Im vergangenen Jahr betrug die Zahl 9.112. Das Vereinigte Königreich gehört zu den beliebtesten Studienländern. Im Jahr 2007 waren 11.670 deutsche Studierende an britischen Universitäten eingeschrieben. Zudem wurden hier die meisten deutschen Hochschulabsolventen gezählt: 5.290. Das geht aus dem Migrationsbericht Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hervor, der in diesem Jahr veröffentlicht wurde.
  6. 7.836 Personen zog es im Jahr 2009 nach Spanien. Spanien ist eines der wenigen OECD-Länder, aus dem mehr Personen nach Deutschland zogen als umgekehrt. Aus einem 2010 veröffentlichten Migrationsbericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge geht hervor, dass die Deutschen, die es im Jahr 2008 nach Spanien zog, überdurchschnittlich alt waren. Insgesamt waren 4,4 Prozent aller deutschen Emigranten 65 Jahre und älter. Bei den Deutschen, die nach Spanien zogen, waren es 10,3 Prozent. Das Bundesamt hat hierfür die Bezeichnung “Ruhesitzwanderung” gefunden.
  7. Auch Frankreich zählt mit 7.317 so genannten “Fortzügen2 zu den beliebtesten Auswanderungsländern. Laut der nun veröffentlichten Studie betrug der Anteil der in Frankreich lebenden hoch qualifizierten Deutschen im Jahr 2000 29 Prozent. Insgesamt hatten 28 Prozent der deutschen Auswanderer einen teritären, also eine
  8. In die Türkei wanderten 4.633 Personen aus. Das sind den Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge 1.727 mehr Personen als von der Türkei nach Deutschland zogen. Der Anteil der hoch qualifizierten in der Türkei lebenden Deutschen beträgt Ette und Sauer zufolge 22 Prozent.
  9. Platz neun belegt Kanada mit 4.258 Auswanderungen im Jahr 2009. Aus Kanada zogen 2.058 Menschen nach Deutschland. Die Migrationsforscher Ette und Sauer schreiben, dass mit 63.000 Personen ein Großteil der hoch qualifizierten Auswanderer in Kanada lebt. Nur in den USA leben noch mehr Deutsche mit einem akademischen Abschluss, nämlich 357.000. Die Forscher berufen sich dabei auf die Expatriate-Datenbank der OECD, die Daten stammen aus dem Jahr 2000.
  10. In die Niederlande zog es im vergangenen Jahr 3.906 Deutsche, teilte das Statistische Bundesamt mit. Damit belegt das Nachbarland Deutschlands Platz zehn auf der Skala der beliebtesten Auswanderungsländer. Die beiden Migrationsforscher Ette und Sauer schreiben zu den Motiven der Auswanderung, dass “die Auswanderung aus Deutschland in erster Linie von jüngeren Personen dominiert wird. Diese wandern teilweise im Rahmen von Bildung und Ausbildung, vor allem aber im Rahmen ihrer Erwerbsbiografie.” Aus 2010 veröffentlichten Daten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge geht hervor, dass niederländische Universitäten bei deutschen Studierenden besonders beliebt waren. Im Jahr 2007 waren 16.550 dort eingeschrieben – so viel wie nirgends sonst.

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